Gelbe Blüten der Topinambur-Pflanze
Gelbe Blüten der Topinambur-Pflanze

 

Permaveggies – ein neuer Name für altes Gartenwissen: einmal gepflanzt und jahrelang kann geerntet werden. Aber welche Pflanzen sind geeignet?

Permaveggies, die Zusammensetzung aus den Wörtern „permanent“ oder „Permaculture“ mit „Vegetable“, übersetzt heißt es: dauerhaftes, also mehrjähriges Gemüse. Das klingt frei interpretiert nach Karl Foersters „Pflanzen für intelligente Faule“. Der Begriff Permaveggies klingt hipp und innovativ, aber dahinter verbirgt sich eine alte Gartentradition. Mehrjährige Pflanzen wie Rhabarber, Meerrettich und der so geschätzte Spargel sind auch heute noch in unseren Gärten präsent. Jedoch gehören viele alte Gemüsesorten zu den dauerhaften Gartenbewohnern. Sie waren einst sehr beliebt, sind inzwischen aber leider fast völlig in Vergessenheit geraten.




Glücklicherweise erleben einige der alten Sorten eine Renaissance. Besonders experimentierfreudige Hobby-Gemüsegärtner sind an den ursprünglichen robusten Pflanzen mehr und mehr interessiert. Aus alten Gemüsesorten lassen sich neue Gerichte komponieren.

Permakultur

Ein Garten für die dauerhafte Gemüsekultur ist immer naturnah. Lange, ordentliche Reihen gibt es nur im Spargelbeet. Ansonsten wächst alles in einem fröhlichen Miteinander, was sich auf die Gesundheit der Pflanzen auswirkt. Jedoch sollte bei der Anlage auf die besonderen Wachstumsanforderungen der einzelnen Pflanzen geachtet werden.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Gärtnern steht hier nicht die Bodenbearbeitung im Vordergrund. Jedoch ist auf eine gute Bodengare zu achten. Gedüngt wird selten und mit biologischen Mitteln. Meist reicht Kompost aus.

Damit der Boden möglichst lang seine Feuchtigkeit hält und an Ort und Stelle Humus entsteht, werden Pflanzenabfälle liegen gelassen.

Das erste Jahr

Anders als bei einjährigen Pflanzen, die in einem Jahr ihren gesamten Lebenszyklus durchlaufen, benötigen Permaveggies längere Zeit vom Anpflanzen bis zur ersten Ernte. Eine Aufzucht aus Samen kann sich als langwierig und schwierig erweisen, weshalb eine Aufzucht aus gekauften Jungpflanzen anzuraten ist.

Beim Einpflanzen ist nicht nur der Bedarf an Licht und Feuchtigkeit zu beachten, sondern auch der Platzbedarf. Etliche Pflanzen entwickeln sich im Laufe der Jahre zu stattlichen Exemplaren.

Jungpflanzen sollten im ersten Winter noch mit einer Laubschicht oder Reisigdecke geschützt werden. Später ist das nicht mehr nötig.

Ernten

Das Ernten beginnt je nach Sorte im Frühling. Hier werden die ersten Sprossen geerntet.

Im Sommer sind es Blüten und Blätter, im Herbst unterirdische Teile wie Wurzeln und Knollen. Es darf aber nie zu viel entnommen werden, denn die Pflanze soll ja überleben.

Bekannte Gemüsesorten

Zierpflanzen

Gängig sind auch folgende Pflanzen. Sie werden hierzulande wegen ihres Zierwertes allgemein geschätzt, aber nicht als Nahrungsmittel, was in anderen Ländern durchaus üblich ist.

  • Hosta (der junge Blattaustrieb und die Blüten)
  • Glockenblumen (Blätter), sie sind die wahren Vertreter des Rapunzelsalates und nicht der Feldsalat. Sie können auch als Gemüse zubereitet werden.
  • Mädesüß, eine Pflanze, welche in feuchten Gebieten gedeiht, verleiht durch ihre Blüten Süßspeisen und Getränken ein honigartiges Aroma. Junge Blättchen schmecken gut in Salaten.
  • Nachtkerzen sind zweijährige Pflanzen, welche sich aber eifrig aussäen. Hier werden Blätter, Blüten und Samen genutzt.
  • Taglilien, bei denen alle Teile essbar sind.
  • Fette Henne, hier stehen die fleischigen Blätter im Frühling als Salat und später als Gemüse im Focus.

Alte Sorten

  • Ewiger Kohl (Brassica oleracea var. ramosa), auch Baumkohl, Strauchkohl oder Tausendköpfigger Kohl, wird bis zu 1 Meter hoch und kann fast ganzjährig beerntet werden. Wilde Sorten findet man auf den Küstenfelsen Helgolands.
  • Echter Meerkohl (Crambe maritima), auch Küsten-Meerkohl, dessen fleischige Blattstiele als Delikatesse gelten.
  • Guter Heinrich (Blitum bonus-henricus (L.) Rchb., Syn.: Chenopodium bonus-henricus L), auch Grüner Heinrich oder Wilder Spinat, ist der Urvater des Spinats. Hier lohnt sich das Aussäen in Reihen. Er neigt zur Selbstaussaat.
  • Baumspinat (Fagopyrum cymosum), auch Wilder Buchweizen genannt, wird bis zu 2 Meter hoch und ist ein ergiebiges Gemüse, Das Abzupfen der Blätter sorgt für guten Neuaustrieb.




Knollen

Ähnlich wie Topinambur liefern Erdbirne (Apios americana), Erdmandel (Cyperus esculentus) und Knollenziest (Stachys affinis Bunge, Syn.: Stachys sieboldii Miq., Stachys tuberifera) im Herbst wohlschmeckende, proteinreiche Knollen, welche bereits Einzug in die Gourmetküche gehalten haben.

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