Ein Admiral
Ein Admiral

 

Eine gezielte Pflanzenauswahl im Garten ist für die gefährdeten Schmetterlinge lebenswichtig. Nicht nur Blumen, sondern auch Küchen- und Wildkräuter liefern die nötige Nahrung.




„Wenn sie gehen, gehen wir alle“ – diese Nachricht über das Schwinden von Insekten, zu denen auch die Schmetterlinge (Lepidoptera) zählen, die zugleich nach den Käfern zur artenreichsten Insekten-Ordnung gehören, lässt uns aufschrecken. Noch sind allein in Mitteleuropa Schmetterlinge mit ca. 4.000 Arten vertreten, in Gesamteuropa mehr als 10.600.

Dass auch für ihren Erhalt ein weiträumiges Umdenken für unseren Lebensstil nötig sein wird, ist die eine Seite, die andere, dass man, wenn man die Welt verändern will, bei sich selbst beginnen muss. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Planung des eigenen Gartens. Dieser ist ein Stück Natur, welches wir nicht allein nutzen sollten, sondern gemeinsam mit den tierischen Mitbewohnern, welche vielleicht längst schon heimisch waren, bevor wir uns hier angesiedelt haben. Wir müssen den Garten daher mit ihnen teilen und auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Viele der folgenden Ratschläge sind nicht nur für Schmetterlinge, sondern auch für Bienen und andere Insekten hilfreich.

Biologisch gärtnern

Wichtig ist, im eigenen Garten so wenig wie nötig oder besser noch, gar kein Gift zu benutzen. Chemisch-synthetische Dünger lassen sich gut durch Kompost oder tierische Produkte (Mist, Hornspäne, Blut- und Knochenmehl) ersetzen.

Versucht man Schädlinge durch Spritzen zu bekämpfen, tötet man zugleich viele Nützlinge. Verzichtet man auf derartige Mittel, stellt sich nach und nach ein natürliches Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen ein. Im Übrigen sollte man gelassen sein. Ein paar Läuse haben noch keine Rose umgebracht. Unkraut, welches man Wildkraut nennt, wird unter dieser Bezeichnung auch eher geduldet.

Die richtige Pflanzenauswahl für Schmetterlinge

Alle Insekten sind auf blühende Pflanzen als Nahrungsquelle angewiesen. Heimische Pflanzen sind exotischen, ungefüllte Blumen sind gefüllten vorzuziehen. Eine gefüllte Blüte ermöglicht einem Insekt keinen Zugang zum Nektar. Wer eine Vielzahl von Schmetterlingen im Garten bewundern möchte, sollte gezielt Pflanzen aussuchen, welche bestimmten Falterarten als Nahrungsquelle dienen, denn nicht alle mögen alles. Noch wählerischer ist die Raupe, die Vorstufe des Falters.

Brennnesseln sind für den Kleinen Fuchs, den Admiral und das Tagpfauenauge eine gute Kinderstube.

Der prächtige Schwalbenschwanz ernährt seine Raupen nur von Doldenblütlern wie Dill, Fenchel und Möhre. Majoran, Thymian oder Ampfer werden auch nicht verschmäht.

Rosa und weißer Phlox wird im Gegensatz zu roten und blauen Sorten häufig angeflogen.

Fetthenne, Herbstaster und Lavendel werden von Schmetterlingen gern besucht.

Die große Zahl der Nachtfalter freut sich über duftende Nachtkerzen.




Gehölze

Brombeeren, Eberesche, Himbeeren, Liguster, Weiden und Weißdorn werden von vielen Insekten geschätzt. Wer einen Sommerflieder (Buddleja), auch Schmetterlingsflieder genannt, sein eigen nennt, kann ein reges Treiben der pompösesten Falter genießen.

Der Kosmos Schmetterlingsführer: Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen
  • Heiko Bellmann, Rainer Ulrich
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 3 (09.03.2016)
  • Taschenbuch: 448 Seiten
Der KOSMOS Insektenführer
  • Dr. Heiko Bellmann
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (09.05.2018)
  • Taschenbuch: 456 Seiten

 

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