Blühender Bärlauch
Blühender Bärlauch © Dieter Hupka

Der Bärlauch in Küche, Natur und Garten

Kein Wildkraut hat in den letzten Jahren so eine steile Karriere gemacht wie der Bärlauch. Kinder nennen den Bärlauch gerne auch Stinkebär, weil er ätherische, schwefelhaltige Öle in sich enthält, die einen knoblauchähnlichen Geruch verströmen. Anders aber als bei richtigem Knoblauchverzehr strömt man nach dem Genuss von Bärlauch keinen „Duft“ aus. Sein botanischer Name „Allium ursinum“ geht auf die alten Germanen zurück, die glaubten, der Genuss dieses Krautes verleihe Bärenkräfte. Bärlauch ist im Frühling fast überall käuflich zu erwerben. Bärlauch gedeiht auf feuchten Böden. In Wäldern mit entsprechenden Bedingungen bedeckt er große Areale und seine weißen anmutigen Blüten erfreuen nicht nur das Auge, sondern lassen sich auch gut in der Küche verwenden. So sind Bärlauch-Süppchen, Bärlauch-Gnocchi, Bärlauch-Butter, Bärlauch-Ravioli, Bärlauch-Käse oder ein selbst gemischtes Bärlauch-Salz echte Leckerbissen.




Aber nicht nur in Wäldern, sondern auch in Parks, wie zum Beispiel dem Schlosspark zu Putbus auf der Insel Rügen, und im eigenen Garten ist er zufrieden.

Im Gefrierbeutel in den Kühlschrank

Zum Ernten sollte man sich mit einem scharfen Messer und einem Gefrierbeutel, der sich fest verschließen lässt, bewaffnen. Es empfiehlt sich, von jeder Pflanze nur ein paar Blätter zu ernten. Die müssen in die Tüte hinein, die dann mit dem Mund aufgeblasen und dann verknotet wird. Im Kühlschrank hält der Bärlauch so einige Tage lang frisch.

Blühender Bärlauch
Bärlauch im  Garten © Dieter Hupka

Die Anzucht im eigenen Garten

Für die Anzucht im eigenen Garten wird ein ausreichend großer Platz benötigt. Dieser sollte sich idealerweise unter einer Reihe Laubbäume befinden. Der Boden sollte feucht, nährstoffreich und etwas kalkhaltig sein. Im Frühling gibt es den Bärlauch als Setzling oder auch als Brutzwiebel in Gärtnereien oder Baumärkten zu kaufen. Diese werden vier bis fünf Zentimeter in die Erde gesetzt. Aus der freien Natur sollte man sich kein Pflanzmaterial besorgen, da die Bestände wegen der hohen Beliebtheit dieses Wildkrautes ohnehin schon recht dezimiert sind. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln sogar verboten.

Im eigenen Garten lässt sich der Bärlauch mit anderen Frühblühern wie Schneeglöckchen, Winterlingen oder Anemonen gut kombinieren. Große Vorsicht ist jedoch bei Maiglöckchen geboten, da sich ihre hochgiftigen Blätter leicht mit Bärlauch verwechseln lassen. Zur Unterscheidung: Bärlauchblätter riechen intensiv nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht. Im Mai beginnen die Blätter des Bärlauchs zu welken und einzuziehen. Um den unschönen Anblick zu verdecken, pflanzt man am besten Stauden mit großen Blättern wie zum Beispiel Hosta davor.

Leckere Bärlauch-Rezepte

Das Kraut Bärlauch gehört in der Frühlingszeit zu den Rennern in den deutschen Küchen. Frisch vom Markt oder aus dem eigenen Garten geerntet gibt er vielen Gerichten den rechten Pfiff. Hier ist eine kleine Auswahl an Bärlauch-Rezepten.

Bärlauch-Suppe

Für vier Personen werden folgende Zutaten benötigt: eine Zwiebel, zwei Schalotten, zwei mehlig kochende Kartoffeln, 800 ml Gemüsebrühe, 200 ml Sahne, 2 Esslöffel Öl, etwas Salz und Pfeffer. Zur Zubereitung: Die Zwiebeln fein hacken, die Kartoffeln schälen und würfeln. Beides in heißem Öl leicht anbraten und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Kurz bevor die Kartoffeln weich sind, den gewaschenen und grob gehackten Bärlauch dazugeben und kurz aufkochen. Jetzt die Suppe fein pürieren und 100 ml Sahne dazu geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die restliche Sahne steif schlagen. Die fertige Suppe in Tassen anrichten, mit der Sahne verzieren und mit etwas gehacktem Bärlauch bestreuen. Ein optischer Hingucker als weitere Verzierung wäre eine Bärlauchblüte.

Bärlauch-Gnocchi

Für vier Personen werden hier folgende Zutaten gebraucht: 600 g mehlig kochende Kartoffeln, ein Bund Bärlauch, 100 ml Milch, ein Eigelb, 100 ml Sahne, zwei Esslöffel Butter, etwas Meersalz, Pfeffer und Muskat und eventuell auch etwas Kartoffelstärke. Die Kartoffeln waschen und als Pellkartoffeln garen. Die heißen Pellkartoffeln schälen und durch eine Presse drücken. Die Kartoffeln mit heißer Milch, Ei und der Butter vermengen. Nach und nach die Sahne dazu geben, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Sollte das Püree zu flüssig sein, gibt man etwas Stärkemehl dazu. Jetzt die gehackten Bärlauchblätter unterheben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Den Kartoffelteig in einer Klarsichtfolie zu einer Rolle formen. Von dieser Rolle rund zwei Zentimeter breite Scheiben schneiden und zu Kügelchen formen. Diese in kochendes Salzwasser geben und kurz ziehen lassen. Nach zwei bis drei Minuten steigen die Gnocchi an die Oberfläche und können dann mit einem Schöpfsieb herausgenommen werden. Die Bärlauch-Gnocchi passen gut zu Fisch oder Lammgerichten.

Bärlauch-Butter

Die Zutaten für eine aromatische Bärlauchbutter lauten wie folgt: 250 g Butter, rund zehn Blätter Bärlauch, eine kleine Zwiebel, ein Teelöffel Zitronenabrieb, etwas Salz und Pfeffer. Die Zubereitung: Die Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen und mit dem Handmixer schaumig schlagen. Die Bärlauchblätter waschen und trockenschleudern und die Stiele samt Mittelrippe entfernen. Die Zwiebel feinhacken, ebenso die Bärlauchblätter und unter die Butter rühren. Mit Salz, Pfeffer und dem Zitronenabrieb würzen. Die fertige Butter wird gut gekühlt weiter verwendet. Bärlauch-Butter passt gut auf Bauernbrot, zum Braten von Rührei und zu allem kurz gebratenen oder gegrillten Fleisch.

Bärlauch-Terrine

Die Bärlauch-Terrine ist eine perfekte Vorspeise. Für vier Personen werden folgende Zutaten verwendet: 500 g Putenfleisch oder Hähnchenbrust, 200 ml Sahne, ein Eiweiß, zwei Esslöffel Noilly Prat, zwei Esslöffel Öl, ein Bund Bärlauch, etwas Salz und Pfeffer.

Die Zubereitung: Das Geflügelfleisch waschen, trocken tupfen, in kleine Würfel schneiden und kurz anfrosten. Dieser Vorgang ist wichtig, damit sich das Fleisch gut im Blitzhacker zerkleinern lässt und nicht schmierig wird.

Die Bärlauchblätter waschen und kleinhacken. Das zerkleinerte Fleisch mit der Sahne, der Noilly Prat und den Bärlauchblättern vermischen. Zum Schluss das steifgeschlagene Eiweiß unterziehen. Eine Kastenform mit Öl gut auspinseln und die Masse einfüllen. Die Fettpfanne des Backofens soweit es geht mit heißem Wasser füllen, den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Form im Wasserbad rund eine Stunde garen lassen. Nach dem Auskühlen, die Form stürzen und die Terrine in Scheiben schneiden. Mit Cocktailtomaten, Bärlauchblättern und Blüten garnieren. Ein Baguette passt sehr gut dazu.

Sperli Gemüsesamen Waldknoblauch Bärlauch, grün
  • Port./Saatgut
  • 35 Pflanzen
  • Allium ursinium

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