Frisch geernteter Rosmarin
Frisch geernteter Rosmarin

 

Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner kleiner Strauch, der aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) stammt. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Länder rund um das Mittelmeer, aber auch in unseren Breiten lässt er sich gut kultivieren. Besonders zu empfehlen ist eine Ziehung im Topf.




Rosmarin aus Samen ziehen oder aus Stecklingen züchten

In der Natur genauso wie im Handel lassen sich verschiedenste Sorten an Rosmarin finden, wobei die meisten nicht winterfest sind. Wer seinen Rosmarin in einem Kräuterbeet oder in einer Kräuterspirale anpflanzen möchte, der sollte also unbedingt auf eine winterharte Sorte achten. Um Rosmarin zu kultivieren, gibt es zwei Wege. Zu einem lässt er sich aus Samen ziehen, zum anderen aus Stecklingen züchten.

Aus Samen ziehen

Das Ziehen aus Samen ist nicht ganz einfach, weil die sehr feinen Samenkörner oft nicht keimen wollen und eine Menge an Pflege benötigen. Wer es dennoch probieren möchte, der gibt diese in den Monaten März oder April  in einen Anzuchtbehälter mit etwas Sand. Die Menge des Sandes sollte in etwa so hoch sein, wie die Menge an Samen. Das Ganze wird gut durchgemischt. Anschließend wird mit einer Sprühflasche ein wenig Wasser dazugegeben, und das Ganze rund 30 Minuten stehen gelassen.

Im Anschluss wird der Anzuchtbehälter mit einer dünnen Schicht Anzuchterde bedeckt. Diese sollte nicht dicker sein, als das bereits im  Behälter befindliche Samen-Sand-Gemisch, da es sich beim Rosmarin um Lichtkeimer handelt. Danach wird der Anzuchtbehälter mit einem Glasdeckel oder einer durchsichtigen Folie bedeckt und an einem hellen und warmen – etwa einer Fensterbank über einer Heizung –  Ort abgestellt.

Nun müssen die Keimlinge regelmäßig mit der Sprühflasche befeuchtet werden. Die Erde sollte immer ein wenig feucht sein, aber nie richtig nass. Kommen die ersten Triebe zum Vorschein, wird der Deckel beziehungsweise die Folie entfernt. Diese ersten Blätter werden als Keimblätter bezeichnet. Sie schwellen bei der Keimung an und lassen den sogenannten Samenmantel platzen. Sie werden als erste Nahrungeversorgung für die Pflanze benötigt.

Der zweite Blätterwuchs bildet die richtigen Laubblätter des Rosmarins. Haben sich diese gebildet, sollten sie vereinzelt werden. Dazu werden sie auseinandergezupft und in etwas größerem Abstand wieder in die Erde gesetzt. Im Fachjargon nennt sich dieser Vorgang Pikieren. Schwache oder auch kränkliche Sämlinge sollten aussortiert und weggeworfen werden. Jetzt können die Keimlinge weiter gedeihen.

Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass sie ausreichend Belüftung und immer ein wenig Wasser bekommen. Stimmt die Belüftung nicht, kann sich die sogenannte Umfallkrankheit entwickeln. Bei dieser werden die Blätter und die Triebe geschwächt.

Rosmarin im Garten
Rosmarin im Garten

Aus Stecklingen züchten

Deutlich leichter gelingt die Aufzucht aus Stecklingen. Auch diese sollte am besten im März oder April erfolgen. Um an diese Stecklinge zu kommen, bedarf es einer ausgebildeten Mutterpflanze. Ist diese vorhanden, werden von ihr etwa zehn Zentimeter lange, junge und noch grüne Triebe abgeschnitten. Anschließend wird die untere Hälfte der Stecklinge von sämtlichen Blättern befreit und in ein spezielles Bewurzelungshormon getaucht. Bei diesem handelt es sich um ein Pulver, das im Fachhandel gekauft oder über das Internet bezogen werden kann.

Im nächsten Schritt werden die Triebe in ein Gemisch aus Anzuchterde und Sand gesetzt, wobei das Verhältnis Erde zu Sand etwa bei 60 zu 40 liegen sollte. Die Triebe sollten einen Abstand von mindestens drei Zentimetern haben. Nun muss der Topf einen schönen, warmen Platz finden und regelmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Den Rosmarin im Beet anpflanzen

Wenn es die Temperaturen zulassen, kann aus Stecklingen gezogener Rosmarin im Mai ins Freiland gesetzt werden. Rosmarin, der aus Samen gezogen wurde, sollte erst im zweiten Jahr ins Beet gebracht werden und im ersten Jahr in einem Topf verbleiben. Wird der kleine Strauch ins Beet gesetzt, sollte er in jedem Fall etwas erhaben angepflanzt werden. Das heißt, es sollte ein kleiner Hügel bei der Anpflanzung geformt werden. Der Grund dafür ist, dass beim Gießen das Wasser so besser abfließen kann.

Wichtig ist, dass der Boden durchlässig, mager, trocken und ein wenig kalkhaltig ist. Der Standort sollte zudem sonnig, aber nicht zu windig sein. Aufgrund der fehlenden Winterhärte vieler Sorten, raten wir aber zu einer Anpflanzung ausschließlich im Topf. In den Sommermonaten sollten diese draußen stehen. Ganzjährig ist eine Kultivierung im Inneren eines Hauses oder im Gewächshaus möglich.

Die Ernte einfahren

Neue Jungpflanzen sollten erst ab dem zweiten Jahr beerntet werden. Bei der Ernte sollten nur die besten Triebe verwendet werden, weil nur sie ein vollmundiges Aroma bilden. Beim Abschneiden sollten die Triebe möglichst nah am Holz abgeschnitten werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Ernte bei sonnigem und trockenem Wetter erfolgt. Sind die Nadeln des Rosmarins zu nass, können sie schneller anfangen zu schimmeln. Als Hilfsmittel empfiehlt sich eine kleine Gartenschere.




Vor der Verwendung beim Kochen sollten die Nadeln – etwa in einem Mörser – zerkleinert werden. Wer zu viel Rosmarin geerntet hat, der kann diesen einfrieren oder auch trocknen.

 

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