Kirschlorbeer
Kirschlorbeer

 

Dekorativ, pflegeleicht und hervorragend als Sichtschutzhecke geeignet – in heimischen Gärten erfreut sich der Kirschlorbeer immer größerer Beliebtheit. Am richtigen Standort und mit der richtigen Pflege wächst die Pflanze schnell heran. Aber Vorsicht: Alle Teile des Kirschlorbeers sind giftig!




Botanische Fakten

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) stammt ursprünglich aus Kleinasien und gehört zur Familie der Rosengewächse. In ihrer Heimat wächst die Pflanze bis zu sieben Meter hoch. Die Gartensorten in Deutschland erreichen ohne Schnitt maximal eine Wuchshöhe von vier Metern. Der Strauch ist immergrün, seine länglichen Blätter sind glänzend und fünf bis 15 Zentimeter lang. Der Blattrand ist häufig leicht umgebogen. Die Oberseite der Blätter ist dunkler als die Unterseite. Von Mai bis Juni erscheinen cremeweiße Blütenstände. Bis August entstehen aus den Blüten kleine runde Früchte, die im vollreifen Zustand schwarz sind. Obwohl die Früchte des Kirschlorbeers giftig sind, können sie zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden, wenn sie vorher gekocht werden.

Herkunft

Der deutsche Name Kirschlorbeer ist eigentlich irreführend, schließlich handelt es sich bei diesem Strauch nicht um eine Lorbeerart, sondern um einen Verwandten der Pflaumen und Kirschen. Deshalb wäre die Bezeichnung Lorbeerkirsche eigentlich sinnvoller, ist aber nicht verbreitet.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kirschlorbeers reicht bis zum Balkan. Wegen seiner frostgefährdeten Blätter war der Strauch nördlich der Alpen in freier Natur nicht konkurrenzfähig. Unsere Gartensorten sind im Regelfall frostbeständiger als die Wildart.

Standort

In sehr kalten Regionen sollte Kirschlorbeer windgeschützt an einem halbschattigen bis schattigen Standort gepflanzt werden. Ansonsten kann die Wintersonne Blattschäden verursachen. Ein Standort unter Bäumen ist unproblematisch. Da der Kirschlorbeer ein Tiefwurzler ist, kann er auch im dichten Wurzelgeflecht von Spitzahorn oder Birke wachsen. Der Strauch stellt keine großen Ansprüche an den Boden. Er kommt mit humus- und nähstoffreichen Lehmböden genauso gut zurecht, wie mit sandigen, mäßig trockenen Böden. Da hier der Jahrestrieb früher verholzt, wird die Pflanze sogar etwas frosthärter. Beim pH-Wert des Bodens gelten auch kaum Einschränkungen. Kirschlorbeersträucher gedeihen auf mäßig sauren bis alkalischen Böden. Was nicht gut vertragen wird, sind Staunässe und verdichtete Böden. Ein ernstzunehmendes Warnsignal für ungünstige Bodenverhältnisse ist ein übermäßiger Blattfall.

Pflanzung und Pflege

Im Handel wird Kirschlorbeer meist als Ballen- oder Containerpflanze angeboten. Bei der Pflanzung sollte man darauf achten, dass der Boden tiefgründig gelockert wird. Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst. Das Pflanzloch sollte ausreichend groß ausgehoben werden, sodass der Wurzelballen genügend Platz hat. Der Durchmesser des Pflanzloches sollte die doppelte Größe des Wurzelballens haben. Für das Auffüllen des Pflanzloches wird dem Aushub etwas organisches Material beigefügt. Die Erde muss gut angedrückt werden, damit keine Hohlräume entstehen. Danach wird die Pflanze gründlich angegossen und eine Schicht Rindenmulch aufgebracht. So kann sich die Feuchtigkeit besser im Boden halten und die Pflanze wird mit Nährstoffen versorgt.

Die richtige Pflege

Kirschlorbeeren kommen ohne besondere Pflege aus. Wie bei anderen Formgehölzen auch, sollte eine Kirschlorbeerhecke im Frühjahr mit Kompost und Hornmehl versorgt werden. Sinnvoll ist auch eine Düngung mit Patentkali Ende August. Der Nährstoff Kalium macht die Blätter des Kirschlorbeers frostresistenter. Wenn der Sommer extrem trocken ist werden zusätzliche Wassergaben erforderlich.

Schnitt

Wer seinen Kirschlorbeer als Hecke gepflanzt hat, sollte diese einmal im Jahr zurückschneiden. Der beste Zeitpunkt ist im Juni. Dazu sollte vorzugsweise eine Handheckenschere verwendet werden. Elektrische Geräte durchtrennen die großen Blätter nicht sauber. Im Frühjahr können auch stärkere Rückschnitte durchgeführt werden. Kirschlorbeer treibt auch aus dicken Ästen wieder frisch aus.




Krankheiten und Schädlinge

An Kirschlorbeeren können verschiedene Krankheiten auftreten. Besonders oft werden die Pflanzen von der Schrotschusskrankheit befallen. Auch Mehltau tritt sehr oft auf und befällt meistens die Blattunterseiten. Der häufigste Schädling an Kirschlorbeeren ist der Dickmaulrüssler. Er hinterlässt große bogenförmige Kerben an den Blatträndern. Da die Larven dieses Schädlings die Wurzeln fressen, fängt die Pflanze an zu welken und stirbt im schlimmsten Falle bei starkem Befall ab.

Der Kirschlorbeer in der Kritik

Inzwischen findet der Kirschlorbeer aber nicht nur Freunde. Kritiker bemerken, dass der eingeführte Strauch keinerlei Nutzen für die Natur darstellt, sondern ganz im Gegenteil, einheimische Gewächse verdrängt. Mit diesem Verdrängen geht gleichzeitig ein Verschwinden der Nahrungsgrundlage für viele Insekten und in Folge auch für viele Vögel einher. Wer ein paar Samen isst oder ein Blatt zu sich nimmt, der erhält eine Vergiftung. Umweltschützer warnen daher, dass Strauchschnitt von der Lorbeerkirsche auf keinen Fall in Wälder gebracht werden darf, weil er dort sich schnell versamt.

 

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