Blau-violette Stiefmütterchen
Stiefmütterchen

 

Ein Frühling ohne die liebenswürdigen Gesichter des Stiefmütterchens? Undenkbar! In ihrer langen Tradition hat es sich immer weiter entwickelt, ohne seinen Charme zu verlieren.




Das Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) aus der Familie der Veilchengewächse ist eine durchaus bodenständige Pflanze. Seine kleinblütigen Verwandten wie das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor) findet man auch als Ackerunkraut (Viola arvensis) und in Gebirgsregionen (Viola calaminaria). Schon in den Klostergärten hatten die lustigen „Liebgesichtli“ ihren Stammplatz. Nicht nur als christliches Symbol für die Dreifaltigkeit, sondern auch als blutreinigende und entwässernde Heilpflanze wurde das Stiefmütterchen genutzt.

Erfolgreiche Gartenpflanze

Über 200 Jahre dauerte es, bis das Stiefmütterchen die frommen Gefilde verließ und als neuer Star die Gärten eroberte. 1813 gelang es einem englischen Züchter durch Einkreuzen von russischen Genen (Viola altaica) und den Erbanlagen des gelben Veilchens (Viola lutea), eine neuartige Gartenblume zu züchten, die wahre Triumphe feierte. Diese Hybride wurde zur Urmutter all unserer vielgestaltigen Garten-Stiefmütterchen  (Viola × wittrockiana).

Sorten

Die Vielfalt an Farben von Weiß, Gelb, Orange, Rosa, Rot und Blau bis Tiefviolett, einfarbig, mehrfarbig oder geäugt ist schier unendlich. Die Blüten erscheinen in unterschiedlicher Größe.

  • Die Miniaturausgabe des Stiefmütterchens ist das beliebte Hornveilchen (Viola cornuta). Es ist besonders robust und kann auch stärkeren Frösten trotzen.
  • Besonders großblumig sind ‚Hesses Überriesen‘ und ‚Schweizer Riesen‘.
  • Besonders blühfreudig und kompakt wachsend sind die Vertreter der Delta-Reihe.

Kombinationen

Durch ihre Größenunterschiede und ihre Vielfarbigkeit lassen sich aparte Ensembles nur mit Stiefmütterchen arrangieren. Als Teppich legen sie sich Tulpen, Narzissen und Kaiserkronen zu Füßen. Mit Euphorbien, Katzenminze und Lungenkraut verstehen sie sich prächtig.

Kulturfahrplan

Das Angebot von Stiefmütterchen erscheint im Frühjahr fast unbegrenzt. Trotzdem lassen es sich wahre Gartenfreunde nicht nehmen, die freundlichen Blumen aus Samen selbst zu ziehen. Stiefmütterchen sind zweijährig. Im Spätsommer erfolgt die Aussaat. Die Jungpflanzen werden im Herbst in gut drainierte Töpfe oder ins Freiland gesetzt. Der Boden sollte mit verrottetem Kuhdung und Laubkompost angereichert sein. Holzasche und Pferdemist wird nicht so gut vertragen. Die Pflanzen werden tief gesetzt, wobei die untersten Blätter mit der Erdoberfläche abschließen. Damit der Blütenflor lange anhält, ist Verblühtes fortlaufend auszuknipsen.

Stiefmütterchen als Vasenschmuck

Etwa acht Tage lang halten Stiefmütterchen in der Vase, wenn ganze Stängel mit Blättern gepflückt werden. Dekorativ ist es auch, Stiefmütterchen schwimmend in einer Wasserschale zu arrangieren.

Essbare Blüten

Ein Salat oder Dessert mit den essbaren Blüten des Stiefmütterchens zu dekorieren, bietet einen besonderen Augenschmaus. Damit der Genuss ungetrübt bleibt, sollte nur ungespritzte Ware verwendet werden.




Nicht gleich wegwerfen

Kommen die Sommerblumen auf den Markt, müssen die Frühlingsblüher zumeist weichen. Oft stehen sie noch in voller Blüte, wenn sie die Töpfe räumen sollen. Ausgepflanzt ins Beet blühen sie noch einige Zeit, bevor sie welken und sich versamen. Auf diese Weise entstehen oft Novitäten, sei es, weil sie sich spontan gekreuzt haben oder Hybride (F1) in die Form ihrer Eltern zurückfallen. Für den Komposthaufen sind sie immer zu schade.

 

 

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