Chicorée – ein gesundes Gemüse © Dieter Hupka

 

Chicorée erfreut sich keiner allzu großen Beliebtheit. Er ist ein absolut unterschätztes Gemüse, was seinen gesundheitlichen Wert betrifft.




Gesunde Ernährung hat heute einen so hohen Stellenwert wie nie zuvor. Exotische Früchte, Gemüse und Saaten genießen als „Superfood“ ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch heimische Gemüse, wozu alle Kohlarten und auch Chicorée zählen, kann wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe durchaus mit diesen hochgelobten Lebensmitteln Schritt halten. Wegen ihrer ganzjährigen Verfügbarkeit und moderaten Preise genießen heimische Früchte und Gemüse nicht die ihnen zustehende Aufmerksamkeit in punkto Gesundheit. Lediglich Heidelbeeren und Rote Bete haben ihren Platz auf dem gesunden Speisezettel erobert. Für Chicorée gilt das leider nicht: Die hellen, zarten Stangen gelten als bitter und langweilig. Dabei ist dieses unterschätzte Gemüse äußerst vielseitig und ist sowohl roh als Salat als auch gegart als Gemüse zu verwenden.

Zufallsprodukt Chicorée

Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) wird zur Familie der Zichorien gezählt. Hierzu gehören so unterschiedliche Gewächse wie die Wegwarte (Cichorium intybus), die Salatpflanzen Endivie (Cichorium endivia), Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum) und die Wurzelzichorie (Cichorium intybus var. sativum).

Seit dem 18. Jahrhundert wurden Zichorien wegen ihrer dicken Pfahlwurzeln, aus welchen sich ein Kaffeeersatz herstellen ließ, großflächig angebaut. Die im Sommer austreibenden grünen Blätter enthalten so viel Lactucopikrin (früher Intybin genannt), ein Bitterstoff, der diese fast ungenießbar macht und sie allenfalls als Viehfutter nutzen ließ. Ein zweites Leben entwickelte sich bei der Lagerung der Wurzel in völliger Dunkelheit: Es sprossen weiße, gelbrandige Kolben, ein vor mehr als 150 Jahren zufällig in Belgien entdecktes neuartiges Wintergemüse, welches dort noch heute Kultstatus genießt.

Chicorée
Chicorée kann auch im eigenen Garten angebaut werden. © Dieter Hupka

Gesunder Inhalt

Durch die lichtdichte Verhüllung der Sprossen entwickeln sich die unerwünschten Bitterstoffe nur kaum. Wenige Reste dieser Substanzen regen die Produktion des für die Verdauung wichtigen Gallensaftes an und wirken harntreibend. Der Ballaststoff Inulin wirkt regulierend auf den Blutzuckerspiegel, fördert das Wachstum krebsabwehrender Bakterien und stärkt gleichzeitig die Abwehrkräfte der Darmzellen. Sie enthalten lediglich 17 kcal auf 100 Gramm und sind somit ideal für eine kalorienbewusste Ernährung.

Hinzu kommen Vitamin C, das Provitamin A, Folsäure und Magnesium. Es fehlt das bei vielen Wintersalaten überreichlich vorkommende Nitrat, welches im Körper zu giftigem Nitrit umgewandelt werden kann.




Der Anbau

Chicorée ist fast überall erhältlich. Experimentierfreudige Gärtner mögen sich an einen Anbau im eigenen Garten wagen. Zwischen Mitte und Ende Mai wird die Saat in Reihen ausgebracht. Die Wurzeln werden Ende Oktober geerntet. Drei bis sechs Zentimeter dicke Wurzeln sind kräftig genug um Sprossen zu treiben. Im dunklen Keller, eingeschlagen in Sand oder feuchte Tücher, erwartet man eine erkleckliche Ernte.

Chicorée Zoom zum Treiben
  • Fachhändler seit 1928
  • Premium-Gartenprodukt
  • Portionssaatgut, Inhalt reicht für ca.: 200 Pflanzen (1 Portion)
  • für Haus und Garten
  • Hobbygärtner

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