Liebstöckel
Üppig wachsender Liebstöckel © Josef Johann Obiltsching/pixelio.de

 

Liebstöckel – sein lateinischer Name Levisticum officinale lässt bereits etliche Rückschlüsse zu. Schon der Römer Plinius der Ältere erwähnte levisticum als Heilpflanze und Küchenkraut, welches besonders in Ligurien als Allheilmittel galt.




In deutschen Annalen wird Liebstöckel von dem kräuterkundigen Walafrid Strabo (808 – 849 n. Chr.), Abt des Klosters Reichenau auf der gleichnamigen Bodenseeinsel und von Hildegard von Bingen (1098 – 1179 n. Chr.) als Medizin bei Nieren- und Atemwegserkrankungen, insbesondere Halsentzündungen, empfohlen.

Aber richtig Furore machte dieses Kraut – volkstümlich auch Lus(t)stock oder Liebstengel genannt –  als Liebeszauberpflanze. Schon kleinen Mädchen wurde diese Pflanze ins Badewasser gegeben, um ihre spätere Anziehungskraft auf Männer zu fördern. Junge Mädchen trugen Liebstöckelblüten unter dem Mieder und junge Männer hatten ein Wurzelstück davon in der Tasche. So ausgerüstet glaubte man nicht nur, eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Partner seiner Wahl auszuüben, sondern bildete sich auch ein, man werde nunmehr von jedermann geachtet.

Auch das Liebesleben von Tieren wurde mit Liebstöckel aktiviert. Rinderhörner wurden mit diesem Kraut bekränzt, die Nester brütender Hühner und Gänse wurden damit ausgepolstert, um das Brutergebnis zu optimieren. Obendrein versuchte man, auf den Feldern Dämone mit Liebstöckel zu bannen,  die man für allerlei Schädlinge im Kornfeld verantwortlich machte.

Verglichen mit diesen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist der tatsächliche Einsatz von Liebstöckel heutzutage eher dürftig. Trotzdem sollte Liebstöckel, wegen des Geruches und Geschmacks seiner Blätter auch Maggikraut genannt, obwohl die bekannte Suppenwürze keinerlei Bestandteile dieser Pflanze enthält, in keinem Garten fehlen. Liebstöckel wächst aus einer Pfahlwurzel bis zu einer imposanten Pflanze von bis zu zwei Meter Höhe heran und hat mit seinen gelben Doldenblüten durchaus einen Zierwert.

Einmal gepflanzt, kann das Gewächs bei guten Platz- und Bodenverhältnissen jahrelang an einem Ort verbleiben.

In der Küche kommen die Samen als Gewürz beim Brotbacken zur Anwendung sowie die an Sellerie erinnernden Blätter, deren ätherische Öle Suppen, Schmorbraten und Gerichten aus Hülsenfrüchten den typischen „Maggigeschmack“ verleihen. Liebstöckel würzt sehr intensiv, deshalb sollte er sparsam verwendet werden.

Hier folgt ein Rezept für eine Knochenbrühe, die als Grundlage, auch Fond genannt, für gute Sauce und feine Suppen dient.

Knochenbrühe

Zutaten:

  • 500 Gramm Rinderknochen
  • 1 Bund Suppengrün (Möhre, Lauch, Sellerie)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Liter Wasser
  • 4 – 6 Liebstöckelblätter
  • 30 Gramm Fett (Schmalz oder Öl)
  • Salz, Pfefferkörner

Zubereitung:

Die Knochen zerkleinern, die Zwiebel, die Liebstöckelblätter und das Suppengrün klein hacken, in heißem Fett anbräunen und mit kaltem Wasser aufgießen. Salz und Pfefferkörner dazu geben und ca.  zwei Stunden leise kochen lassen. Danach den Fond durch ein Sieb gießen.




Wird der Fond nicht sofort verbraucht, können die Reste eingefroren werden oder kochend heiß in sterile Gläschen gefüllt für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.

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