Verschiedene. Kohlarten
Verschiedene Kohlsorten © Dieter Hupka

 

Kaum eine andere Gemüsesorte ist so variantenreich wie der Kohl. Von deftig bis fein: für jeden Geschmack ist ein Gemüse in der großen Familie zu finden.




Betrachtet man das Angebot an verschiedenen Kohlsorten, so erscheint es umso erstaunlicher, dass alle Varianten auf eine einzige Wildform zurückgehen: Brassica oleracea silvestris, welche im Mittelmeerraum heimisch ist. Durch jahrhundertelange Züchtungen wurden einerseits die Blätter, andererseits die Blüten zu wohlschmeckenden Gemüsesorten herangezogen. Kohl wird mit Ausnahme der Tropen in der ganzen Welt angebaut.

Seit der Antike werden Kohlgerichte geschätzt. Im Mittelalter galt Kohl nicht nur als Nahrungsmittel, sondern sogar als Medizin. Als „Arzt der Armen“ wurde das Gemüse mit dem Köpfchen tituliert. Gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, was alles im Kohl an wertvollen Mineralien, Vitaminen, vor allem Vitamin C, Spurenelementen und Schwefel enthalten ist. Diese Inhaltsstoffe überstehen zum großen Teil längere Lagerzeiten und den Kochvorgang.




Kohlarten

Man unterscheidet zwischen Kopfkohl, Blätterkohl, Sprossenkohl und Blumenkohl.

  • Blumenkohl (Brassica oleracea botrytis L.), Broccoli (Brassica oleracea var. italica Plenck) und Romanesco (Brassica oleracea convar. botrytis var. botrytis). Bei diesen Kohlarten wird die Blüte genossen. Dem Blumenkohl und dem Broccoli ist jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Romanesco wurde einst als Variante des Blumenkohls nahe Rom gezüchtet und wird seit dem 16. Jahrhundert auch in Deutschland angebaut.
  • Chinakohl (Brassica rapa pekinensis). Chinakohl hat einen länglichen weißgrünen Kopf mit gewellten Blättern. Ihm fehlt gänzlich das Kohlaroma. Zu empfehlen sind ‚Parkin‘ und ‚Hong-Kong‘.
  • Grünkohl (Brassica oleracea acephala) ist aus der norddeutschen Küche nicht wegzudenken. Bewährt haben sich die Sorten ‚Niedriger Grüner Krauser‘ und ‚Lerchenzungen‘.
  • Kopfkohl (Brassica oleracea var. capitata). Zu dieser Sorte gehören die deftigen Sorten wie Weiß-, Rotkohl und Wirsing sowie die feineren Sorten Spitzkohl und Chinakohl.
  • Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) ist eng verwandt mit dem Grünkohl. Seine palmähnlichen Blätter sind so dekorativ, dass er oft zu Zierzwecken im Blumenbeet angepflanzt wird. Gleichwohl ist auch diese hocharomatische Schönheit essbar. Grünen Palmkohl (‚Black Magic‘) gibt es auch in einer violetten Variante. Allerdings ist es etwas schwierig, dafür Samen zu bekommen.
  • Rosenkohl (Brassica oleracea gemmifera). Bei dieser Kohlsorte sitzen die kleinen festen Köpfchen an Strünken. Bewährte Sorten sind ‚Hossa‘, ‚Hilds Ideal‘ und ‚Brigitte‘. Bei der Sorte ‚Red Ball‘ wurde Rotkohl eingekreuzt, sodass die Röschen lilafarbig sind.

Ein neues Kohlgemüse ist eine Kreuzung aus Rosen- und Grünkohl. Bei den Sorten ‚Flower Sprout‘ und ‚Petit Posy‘ wachsen statt der festen Köpfchen lockere Mini-Kohlköpfchen.

  • Rotkohl (Brassica oleracea convar. capitata rubra L.). Charakteristisch sind seine festen violetten Köpfe. ‚Frührot‘ sollte alsbald verzehrt werden. ‚Herbstrot‘, ‚Rodon‘ und ‚Mohrenkopf‘ eignen sich gut zum Einlagern. Empfehlenswert sind die Sorten ‚Autoro‘, ‚Rodima‘ und ‚Ruby Perfection‘.
  • Spitzkohl (Brassica oleracea var. capitata for. alba subv. conica). Er ist eine zartere Variante des Weißkohls und schon im Sommer erntereif. ‚Erstling‘, ‚Caramba‘ und ‚Cape Horn‘ haben sich bewährt.
  • Weißkohl (Brassica oleracea capitata var. alba). Er ist der bekannteste seiner Art. Berühmtheit erlangte er als Sauerkraut. Frühe Sorten, die nicht gelagert werden können sind ‚Weißkohl Dithmarscher Früher‘ und ‚Nostra‘.

Gute Herbstsorten sind ‚Castello‚, ‚Green Cornet‘, ‚Braunschweiger‘ und ‚Marner Lagerweiß‘. Sie überstehen im kühlen Keller den ganzen Winter.

  • Wirsing (Brassica oleracea var. bullata). Er ist der Krauskopf in der Familie der Kohlköpfe. Je nach Sorte sind seine blasigen Blätter stark oder schwach gekraust und variieren mit lockerem oder dichtem Herz.

Empfehlenswert sind ‚Samantha‘, ‚Capriccio‘, ‚Goldvital‘, ‚Dauerwirsing‘ und ‚Vertus‘.

 

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  • Brassica oleracea var. gemmifera

 

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