Guter Heinrich
Guter Heinrich © Joujou/pixelio.de

 

Der Gute Heinrich hat einen der schönsten Namen in der gesamten Pflanzenwelt – und den trägt er angesichts seiner vielen positiven Eigenschaften völlig zu Recht. Er liefert viele leckere Blätter und ist auch als Heilpflanze wertvoll.

  • Botanische Fakten zum Guten Heinrich
  • Anpflanzung und Pflege
  • Verwendung der Heilpflanze




Wissenswertes

Der Gute Heinrich (botanischer Name: Blitum bonus-henricus) stammt aus der Familie der Gänsefußgewächse. Er wird bisweilen auch als Grüner Heinrich oder auch Wilder Spinat bezeichnet. Im Mittelhochdeutschen sagt man auch Heinerle oder Gut Heinrich. Es handelt sich bei ihm um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die bis zu 80 Zentimeter groß werden kann. Er besitzt meistens mehrere aufsteigende Stängel; seine Laubblätter sind relativ groß und werden fünf bis elf Zentimeter lang. Der Gute Heinrich dient einigen Schmetterlingsraupen als Futterpflanze.

Der Name

Allgemein wird vermutet, dass sich der Name von der Vorstellung von Elben und Kobolden abgeleitet hat, denn diese wurden volkstümlich früher oft als Heinrich bezeichnet. Der Zusatz „gut“ bezieht sich entsprechend auf die positiven Auswirkungen der Pflanze, was die Heilkraft betrifft.




Herkunft und Vorkommen

Der Gute Heinrich hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa; auf den Britischen Inseln und im westlichen Frankreich gilt er als in jüngerer Zeit eingebürgert. Sein Verbreitungsgebiet reicht im Norden bis Süd-Skandinavien, im Osten bis ins westliche Russland; im Mittelmeergebiet ist die Art an die Gebirge gebunden. Im östlichen Nordamerika ist er heute auch eingebürgert. Er gehört zu den äußerst alten Gemüsesorten und wuchs in der Vergangenheit vor allem als „Unkraut“ an Hausmauern und Misthaufen. Das brachte ihm seinerzeit den Namen „Dorfgänsefuß“ ein. Bis zum 16. Jahrhundert und zum Aufkommens des Spinats war der Gute Heinrich eine sehr beliebte Spinatpflanze mit viel Vitamin C.

Standort und Boden

Als Pionierpflanze bevorzugt der Gute Heinrich frische, sehr nährstoffreiche Lehmböden, die zugleich mild und humos sein sollten. Zudem benötigt er einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einmal eingewurzelt, kann der Gute Heinrich viele Jahre auf demselben Beet wachsen.

Austrieb und Blüten

Der Gute Heinrich treibt schon früh im Jahr aus, meistens im April. Er hat fleischige, langgestielte, dunkelgrüne Blätter, die auf der Blattunterseite weiß bemehlt sind. Die Blütezeit reicht von April bis Oktober. Die etwa fünf Millimeter dicken Blütenknäuel sitzen an kurzen Verzweigungen in einem rispenähnlichen Blütenstand. Die Blüten werden vom Wind bestäubt. Bei den Früchten des Guten Heinrichs handelt es sich um einsamige Nüsse mit linsenförmigen Samen.

Aussaat und Pflege

Sie können den Guten Heinrich von Ende März an breitwürfig ins Beet säen, alternativ auch zwischen August und Oktober. Im Beet empfiehlt sich ein Reihenabstand von 40 bis 60 Zentimetern. Im zweiten Jahr nach der Aussaat ist der Ertrag höher als im ersten. Die jungen Triebe und Blätter können direkt vor der Blüte geerntet werden. Düngen Sie die Flächen bisweilen mit kompostiertem Material und sorgen Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Lockern Sie den Boden zudem regelmäßig, indem Sie hacken und das Unkraut entfernen.

Verwendung

Der Gute Heinrich dient seit Jahrhunderten als beliebtes Nahrungsmittel. Als Wildgemüse gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten: Die noch nicht blühenden jungen Pflanzen können wie Spinat verwendet werden. Ältere Blätter sind zwar auch essbar, schmecken allerdings bitter. Wenn die Triebe lang genug sind, können sie wie Spargel zubereitet werden. Auf dem Balkan stellt man aus den zerstoßenen Rhizomen ein Konfekt her. Die Blüten kann man dünsten, sie schmecken ähnlich wie Brokkoli. Die gemahlenen Samen können als Mehlzusatz, beispielsweise zum Brotbacken, dienen. Darüber hinaus kann der Gute Heinrich auch als Heilpflanze (siehe unten) oder als Färbepflanze verwendet werden, wobei gold-grüne Farbtöne erzielt werden.

Heilpflanze

Die Pflanze enthält Eisen und reichlich Vitamin C.  Sie wurden früher hauptsächlich gegen Hauterkrankungen eingesetzt. Ein Tee, der aus frischen Blättern gekocht wird, wirkt leicht abführend. Er hilft zudem bei Eisenmangel und starker Monatsblutung. Auch heute noch helfen Tinkturen und Umschläge aus den Blättern bei der Wundheilung, gegen Hautkrankheiten und gegen Abszesse.

Gefährdung

Durch die Sanierung der Dörfer und Burgen und die allgemeine Verstädterung ist der Gute Heinrich auf diesen Sekundärstandorten stark zurückgegangen. In Deutschland gilt er bundesweit als gefährdet. Ansonsten gilt der Gute Heinrich als robuste und unkomplizierte Gemüsepflanze. Es sind keine Krankheiten und Schädlinge bekannt.

 

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