Hyazinthen
Weiß blühende Hyazinthen © Dieter Hupka

 

Von ihrem Habitus her ist die Hyazinthe eine Zwiebelblume für den Frühlingsgarten und keine Zimmerpflanze. Eine ausgeklügelte Kultur ermöglicht schon im Januar einen Zimmerschmuck, welcher den Frühling vorwegnimmt.




Die Garten-Hyazinthen (Hyacinthus orientalis), die etwas steifen Prachtblüten, verströmen einen schweren süßen Duft. Die Zwiebelgewächse aus der Gattung der Liliengewächse sind im Vorderen Orient beheimatet. Mit der Ausbreitung des Osmanischen Reiches wurden sie allmählich in Westeuropa bekannt. Von dort aus eroberten sie Italien und Frankreich und erreichten um das Jahr 1600 Holland, wo sie – ähnlich wie die Tulpen – eine wahre Hysterie auslösten. Waren zunächst nur vier Typen bekannt, brachte züchterischer Ehrgeiz bis zum Jahr 1700 ca. 2.000 Sorten hervor. Mit der Sortenvielfalt stiegen aber auch die Preise für die Prachtblumen. 30 bis 40 Gulden wurden für ausgewählte Exemplare gezahlt. Auf dem Höhepunkt des Hyazinthenwahns wurden etwa für eine Zwiebel, die zu Ehren Wilhelms von Oranien „Koning van Groot Brittannië“ benannt war, 1.000 Gulden berappt. Ab 1737 ließ der Hype allmählich nach, obwohl die Zwiebeln für heutige Verhältnisse immer noch reichlich kostbar waren.

Hugenotten aus Frankreich brachten Hyazinthen mit nach Preußen, wo sie als echte Modeblume der Biedermeierzeit reüssierte.

1740 wurde in Berlin die erste Hyazinthen-Ausstellung veranstaltet. Heute ist die Hyazinthe für jedermann erschwinglich und lässt vorgezogen in winterlichen Zimmern das kommende Frühjahr erahnen.

Gartenkultur

Die weißen, rosa oder blau blühenden Hyazinthen werden im Herbst in durchlässigen Boden an einem vollsonnigen Standort 15 bis 20 cm tief gepflanzt. Ab April blühen die frühen Sorten und die letzten im Mai. Die Zwiebeln verbleiben im Boden und blühen einige Jahre, wobei der Ansatz der Blütenglocken immer spärlicher wird. Wer üppig gefüllte Blumen liebt, muss stetig nachpflanzen. Mit den Jahren bilden Hyazinthen Nebenzwiebeln, aus welchen sich mit etwas Geschick neue Zwiebeln heranziehen lassen.

Hyazinthen im Zimmer

Kaum ist Weihnachten vorbei, bieten die Geschäfte vorgetriebene Zwiebeln in Erde an, aus welchen sich in kurzer Zeit im warmen Zimmer die Blüten entwickeln. Das Angebot ist überschaubar und wird nur nach Farben (weiß, rosa, blau) sortiert.

Ungleich größer ist die Auswahl an Zwiebelsorten im Herbst. Hier präsentiert sich eine große Varietät an Farben, gefüllten oder ungefüllten und frühen bis späten Sorten. Ab September werden die frühen Sorten in nahrhafte Erde mit einem Abstand von 6 bis 8 cm in Töpfe gesetzt. Die mit pulverisierter Holzkohle gegen Fäulnis eingeriebenen Zwiebeln werden so tief in die Erde gesetzt, dass sie noch einen Zentimeter herausschauen. Sie werden sodann mit Sand abgedeckt und leicht angegossen. Die Töpfe werden in Kisten gestellt, welche mit Sand, Torf oder Erde gefüllt wurden und an einem kühlen Ort aufgestellt. Das Füllmaterial muss gleichmäßig feucht gehalten werden.

Nach ca. zehn Wochen haben sich die Zwiebeln bewurzelt und können allmählich wärmer gestellt werden. Der jetzt schon sichtbare Austrieb wird mit einem Papierhütchen vor Licht geschützt.

Hat der Austrieb eine Höhe von etwa 15 cm erreicht, werden die Hüte entfernt und die Töpfe bei ca. 15 °C hell aufgestellt. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sind abrupte Unterschiede zwischen hell und dunkel, kühl und warm sowie trocken und feucht zu vermeiden. Die Zwiebeln werden während der Blüte bis zum Einziehen der Blätter regelmäßig gegossen und gedüngt. Im Herbst können die Zwiebeln in den Garten gepflanzt werden. Ein nochmaliges Treiben ist zwecklos.




Wasserkultur

Für die erdlose Treiberei auf Wasser werden im Handel spezielle Hyazinthengläser angeboten. Hier ruht die reife Zwiebel, welche an ihrem Boden einen Kranz weißer Knötchen ausgebildet hat, trocken in einer Ausbuchtung des Glases auf einem wassergefüllten Unterteil. Die Zwiebel darf das Wasser nicht berühren. Aus dem Wurzelkranz bilden sich allmählich Wurzeln, welche in das Wasser hineinreichen. Bis zum Austrieb der Blüte wird das ganze Gebinde kühl und dunkel gehalten (Papierhütchen). Hat der Austrieb eine Höhe von 10 cm erreicht, wird das Zwiebelglas langsam heller und wärmer gestellt. Erscheint keine Blüte, liegt es an zu raschem Treiben oder zu trockener Luft. Nochmaliges Kühlstellen kann für Abhilfe sorgen. Auf regelmäßigen Wassernachschub ist zu achten.

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