Eine schöne Rembrandt-Tulpe © Dieter Hupka

 

Die gestreiften Rembrandt-Tulpen sind untrennbar verbunden mit der Erinnerung an eine Zeit, als in den Niederlanden kein anderes Handelsgut wertvoller war als Tulpenzwiebeln. Diese als Tulpomanie (Tulpenwahn) bezeichnete Zeitspanne umfasste nur wenige Jahre, in denen die Bewunderung für diese fernöstliche Blumenrarität in Gier und Gewinnsucht umschlug.




Tulpen aus Amsterdam wurden einst besungen und tatsächlich steht die Tulpe mit den Niederlanden in so enger gedanklicher Verbindung wie keine andere Zwiebelblume, obwohl hier unendlich Mengen an Zwiebeln aller erdenklichen Frühjahrsblüher gezüchtet wurden.

Herkunft

Die Tulpe hat ihre Heimat in den weiten Steppen Zentralasiens, aus welchen sie durch umherziehende Turkvölker weiter nach Westen gebracht wurde. Fortan zierte sie die Gärten in Isfahan und Bagdad. Unter den Seldschuken, Vorgängern der Osmanen, gelangte sie nach Anatolien. In den Gärten der türkischen Sultane wurde sie geradezu frenetisch gefeiert. Mit der Öffnung nach Westen und den Handelsverbindungen dorthin gelangte die erste Tulpenzwiebel nach Europa. Nachweislich blühten schon vereinzelt Tulpen in deutschen und französischen Gärten, bevor sie ihren Triumphzug in den Niederlanden antraten.

Carolus Clusius

Der Humanist Carolus Clusius, geboren als Charles de l’Écluse (1526 – 1609), war für die Einführung und Verbreitung der Tulpen in den Niederlanden ausschlaggebend. Der Universalgelehrte erhielt in relativ hohem Alter den Ruf der Universität Leiden (heute: Leyden), wo er 1593 eine Professur für Botanik antrat und dort einen großen Schaugarten anlegte. Das Gärtnern war schon in dieser Zeit eine große Passion der Niederländer. Die Wohlhabenden betrieben es zur Muße, die ärmere Schicht zur Verbesserung ihrer Lebensmittelversorgung. Nachdem Clusius die meiste Zeit seines bisherigen Lebens auf Reisen und dabei immer auf der Suche nach seltenen und wertvollen Pflanzen verbracht hatte, nahm er, inzwischen 67-jährig, das verlockende Angebot an mit einer umfangreichen Tulpenzwiebelsammlung im Gepäck. Bis zu seinem Tod erweiterte er sein ständig wachsendes Sortiment, beschrieb und klassifizierte diese Blumen. Clusius‘ Werk diente nachfolgenden Botanikern lange als Leitfaden, um sich im Gewirr der zahllosen Hybriden zu orientieren.

Sorten und Farben

Die ursprünglich niedrige Wildtulpe blühte gelb, orange oder Rot. Sie vermehrte sich durch Tochterzwiebeln und Samenbildung, wobei aus Samen gezogene Blumen leicht bastardisierten. So entstand unter den Händen engagierter Züchter innerhalb weniger Jahre eine breite Sortenvielfalt, was Blütezeit, Höhe und Farbe angeht. Trotzdem war die Nachfrage immer viel größer als das Angebot. Und so stiegen die Preise für die Pflanzen stetig an.

Farbenspiel

In dreißig Jahren des 17. Jahrhunderts hatte man bereits dreizehn Gruppen geschaffen. „Couleren“ waren schlichte, einfarbige Tulpen in Rot, Gelb oder Weiß, welche zu vernünftigen Preisen zu haben waren.

Die Objekte der Begierde aller passionierten Sammler waren aber mehrfarbige Hybriden, deren Zeichnung durch eine Krankheit, das Tulpenmosaikvirus, entstanden war. Streifen und Flammen in Rosa, Rot oder Violett zierten die weißen Blütenkelche („Rosen“ und „Violetten“). Sie standen in der Gunst der Tulpenfreunde an höchster Stelle. Als Schönste galt die weiß-rosa gestreifte „Semper Augustus“. Als weniger populär galten „Bizarden“ mit roten, violetten oder braunen Streifen oder Federn auf gelbem Grund.

Tulpomanie und Börsenspekulation

Zunächst wurden Zwiebeln direkt vom Züchter an Blumenliebhaber verkauft. Weil sich aber in der Zeit des Handelns die Tulpe im Ruhezustand befand, ließ sich aus der Zwiebel kein Rückschluss auf ihr Aussehen ziehen. Deshalb wurden Beschreibungen und kolorierte Kupferstiche zur Ansicht gefertigt und damit die ersten Blumenkataloge. Die Tulpenbücher waren z. T. recht umfangreich. So umfasste ein einzelnes Exemplar ca. 500 Seiten. Diese Florilegien geben noch heute Auskunft über das Aussehen der Tulpen im „Goldenen Zeitalter“, eine Epoche, die in den Niederlanden etwa das 17. Jahrhundert ausfüllte. Züchtungen aus dieser Zeit gibt es heute nicht mehr.

Als der Preis für die einzelne Tulpe immer mehr in die Höhe schnellte (der höchste nachgewiesene Preis für eine Zwiebel betrug 5.200 Gulden, bei einem Jahreseinkommen eines wohlhabenden Großkaufmanns von 3.000 Gulden), schalteten sich Zwischenhändler ein, und Tulpenzwiebeln wurden fortan an der Börse gehandelt. Nicht mehr die Tulpe als Blume stand im Mittelpunkt des Interesses, sondern ihr Marktwert. Es wurde gekauft, verkauft und weiterverkauft. Ganze Tulpenfelder wechselten ohne Ansehen den Besitzer. An dem Run auf den großen Gewinn beteiligten sich immer mehr Leute aus der Bevölkerung. Auch Arme versetzten ihr Hab und Gut in der Hoffnung auf Gewinn und Reichtum. Bis zum Jahr 1637 drehte sich sie Spirale nach oben, bevor das System in sich zusammenbrach und viele Menschen in große Armut stürzten.

Tulpenfelder

Diese finanziellen Turbulenzen überstand die Tulpenzucht und konnte sich auf sandigen Böden zwischen Harlem und Leyden dauerhaft etablieren.

Heute überschlägt sich der Zwiebelhandel mit einem immer noch wachsenden Angebot verschiedenartiger Tulpen. Das Tulpenmosaikvirus ist erfolgreich bekämpft worden und geflammte Tulpen sind inzwischen durch Kreuzungen entstanden.

Eine Sorte wurde nach dem berühmtesten Maler der damaligen Zeit benannt: die Rembrandt Tulpe.

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