Weiße Holunderblüte
Weiße Holunderblüte

 

Holundersträucher sind in der freien Natur weit verbreitet. Für die Haltung im Garten wurden buntlaubige Zierformen und besonders ertragreiche Sorten des Holunders gezüchtet.




Das süße blumige Aroma der Holunderblüte hat in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen. Waren einst die Blüten meist der ländlichen Küche (Hollerküchlein) vorbehalten, so verleihen sie, zu Sirup oder Sekt verarbeitet, extravaganten Getränken wie „Hugooder Süßspeisen eine besondere Note. Der aus reifen Beeren gewonnene „Fliederbeersaft“ fristet noch als gesundes Getränk ein weniger beachtetes Dasein in Reformhäusern und Naturkostläden.

Holunderbusch
Ein Holunderstrauch © Dieter Hupka

Historie des Holunders

Bei den Germanen galt der Holunder als heiliger Baum und Wohnstätte der Göttin Holda, welche Tier und Mensch vor Unheil bewahrte, und durfte deshalb nicht gefällt werden. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist weit verbreitet, was auch seine Namensvielfalt ausdrückt: Attich, Dolder, Fliederbusch, Holder, Holler, Hulandr, Hunnel und etliche mehr.

Volksmedizin

Bereits in der Antike kamen Blüten und Früchte des Holunders gegen vielerlei Leiden zum Einsatz. „Gottesapotheke“ oder „die Apotheke des armen Mannes“, wie Hildegard von Bingen den Holunder bezeichnete, lassen auf vielfältigen Einsatz schließen. Ein Tee aus getrockneten Blüten ist wohlschmeckend und wird bei Erkältungen und Halsentzündungen verabreicht. Ein Saft aus den roten Beeren ist ebenfalls bei Erkältungen eine gute Wahl, weil er sehr schweißtreibend ist. Weniger gebräuchlich ist ein Sud aus der Rinde, welcher harntreibend und abführend wirkt.

Die Blüten enthalten ätherische Öle, Schleim- und Gerbstoffe und Cholin. Reichlich Vitamin C ist in den schwarzen Beeren enthalten, die nie roh verzehrt werden dürfen (unreif sind sie sogar giftig!).

Ferner gehören zu den Inhaltsstoffen Anthocyanine, Glycoside, Flavonoide und Mineralien.

Ungesüßt ist der Saft der „Fliederbeeren“ reichlich herb, mit genügend Zucker versehen ist er eine wohlschmeckende Zutat für Süßspeisen.

Im Garten

Holunderbeeren
Holunderbeeren © Dieter Hupka

Trifft man in der freien Natur auf Schritt und Tritt als Hinterlassenschaft der Göttin Holda (Freya) Holundersträucher, so ist doch eine veredelte Sorte mit hohem Fruchtertrag auch für den Garten in Erwägung zu ziehen.

  • Bewährte Sorten sind Sambucus nigra ,Haschberg‘, Sambucus nigra ,Schwarzer Diamant‘ und die neuere, reich tragende Sorte Sambucus nigra ,Sampo‘ aus Dänemark.
  • Von großem dekorativem Wert sind die schwarzlaubigen und rosa blühenden Ziersorten Sambucus nigra ,Black Beauty‘ und Sambucus nigra ,Black Lace‘.
  • Eine beliebte Gartensorte ist Sambucus racemosa, der Traubenholunder. Die grünlichgelben Blütenrispen sind bei diesen Sorten nicht flach, sondern kugelig, die Früchte rot. Blüten und Früchte der Zierformen sind gleichermaßen verwendbar.




Standort und Pflege

Holunderbüsche sind genügsam, was die Anforderungen an Böden und Licht betrifft. Nur Staunässe und zu große Trockenheit vertragen sie nicht.

Holunder blüht am frischen (einjährigen) Holz und verkraftet daher einen kräftigen Rückschnitt nach der Ernte. So erhält man seine Vitalität und lässt ihn nicht in unerreichbare Höhen schießen.

Tipp: Holunderblätter als Jauche angesetzt, erweisen sich als guter Kompoststarter und natürlicher Dünger sowie als Spritzmittel gegen Schädlinge.


 

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Bettina Baldauf

    Wir sammeln jedes Jahr Holunderblüten für Tee bzw. Sirup. Dieses Jahr las ich in einem Artikel, daß es stark giftigen Zwerghollunder gibt. Das hat mich nun stark verunsichert, hab vorher nie davon gehört, wo kommt er vor, auch hierzulande?

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