Schwarzer Germer
Schwarzer Germer © Dieter Hupka

 

Forscher aller Zeiten haben sich mit ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkungsweise der sogenannten Hexenkräuter und Zauberpflanzen auseinander gesetzt. Worauf beruhte ihre Wirkung?




Am letzten Tag des Monats April zieht es viele selbst ernannte sowie Möchtegern-Hexen zu einer nächtlichen Feier auf die Spitze eines Berges. Das beliebteste Ziel ist der Brocken, höchster Berg im Harz, auch Blocksberg genannt. Moderne Hexen nähern sich dem Ort ihrer Wahl zumeist mit Hilfe eines mechanischen Gefährts, welches seine Energie aus den Relikten vorzeitlicher Lebewesen bezieht (Benzin).

Wie aber kamen die Hexen des Mittelalters ans Ziel ihrer Wünsche? Um der Wahrheit Tribut zu zollen, muss gesagt werden, dass wohl keine Frau – so sie denn im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war – an derartigen Feiern teilgenommen hätte. In den Verdacht der Hexerei zu kommen, war zu dieser Zeit absolut tödlich. Dessen ungeachtet wurde von Reisen durch die Luft auf einem Stock oder Besen berichtet. Kolportiert wurde auch, dass sich Menschen in Tiere verwandelt hätten oder dass Menschen unsichtbar geworden seien. Als Hilfsmittel für solche Künste galt die sog. Hexen- oder Flugsalbe.

Forscher aller Zeiten haben sich mit ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkungsweise  auseinander gesetzt. Deren Bestandteile waren stark giftige Kräuter, die oft schon den Zusatz „Hexe“ oder „Teufel“ in ihrem Namen tragen. Als Bindemittel soll Kinderfett, optimal von ungeborenen Säuglingen, gedient haben.

Welches waren die Hexenkräuter und Zauberpflanzen und wie wirkten sie?

Schon in der Steinzeit war eine gewisse Rollenverteilung unter den Menschen üblich. Die Männer sorgten durch die Jagd für die Beschaffung von Lebensmitteln. Die Frauen trugen ihren Teil zur Versorgung durch das Sammeln von Pflanzen bei. Durch die Weitergabe ihres Wissens an ihre Töchter, welche Pflanzen genießbar sind und welche Wirkungen sie hervor rufen, haben sich die Frauen im Laufe der Zeit fundierte Kenntnisse zugelegt, welche zum Wohl aber auch zum Wehe ihrer Mitmenschen angewendet werden konnten. Somit waren schon frühzeitig die Wirkungen der Pflanzen bekannt, dagegen nicht ihre Inhaltsstoffe. Heilkräftige, besonders aber giftige Pflanzen mit ihren oft psychoaktiven und narkotisierenden Ingredienzien wurden in das Reich der Zauberei verlegt.

Was gilt als Hexenkraut?

Schierling (Conium maculatum), Eisenhut (Aconitum napellus), Schwarze Nieswurz (Helleborus niger), Weiße Nieswurz (Veratrum album), Tollkirsche (Atropa belladonna), Schlafmohn (Papaver somniferum), Stechapfel (Datura stramonium), Nachtschatten (Solanum dulcamara), das Bilsenkraut (Hyoscyamus Nager) und der Schwarze Germer (Veratrum nigrum) gelten als typische Hexenkräuter und Bestandteile der Flugsalben. Auch der Fliegenpilz mit seinen giftigen Inhaltsstoffen Ibotensäure und Muscarin wird dazu gezählt.

Die teilweise berauschende Wirkung beruht auf dem Gehalt an Alkaloiden. Viele der vorgenannten Kräuter enthalten die Alkaloide Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin  und Opiumalkaloide.

Hexenkräuter in der modernen Medizin

In geringer Dosis werden diese Stoffe auch heutzutage als wirkungsvolle Medikamente eingesetzt. In höheren Dosen wirken sie auf das zentrale Nervensystem. Es kommt zu Unruhe, Erregung, Rededrang, Euphorie, Schwindel, Halluzinationen, Übelkeit und Atemlähmung, die zum Tode führen kann. Die äußerliche Anwendung durch das Salben der Haut verringert die Gefahr der Vergiftung.

Okkultisten der Neuzeit haben die überlieferten Rezepte wieder aufgegriffen und schildern bewusstseinserweiternde Erfahrungen mit teilweise angenehmen andererseits aber auch schrecklichen Erlebnissen. Neben halluzinatorischen Erscheinungen wird auch von einem Gefühl des Schwebens sowie Veränderungen des Raum-Zeit-Erlebens berichtet.




Dies könnte die Erklärung dafür sein, dass man Hexen die Kunst andichtete, auf Zauberbesen durch die Lüfte zu fliegen.

Psychoaktive Pflanzen kommen in anderen Kulturkreisen, z. B. in Afrika, Indien oder Südamerika, bei rituellen Handlungen auch heute noch zum Einsatz. In der westlichen Welt sind diese Drogen wegen missbräuchlicher Anwendungen und ihrer oft fatalen Folgen verboten.

 

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