Garten-Enzian
Blauer Enzian © Dieter Hupka

 

Dass der Enzian blau blüht, wird von Schlagersänger Heino  lautstark verkündet. Aber das stimmt so nicht immer.




Der leuchtend blaue Enzian (Gentiana) ist zusammen mit Edelweiß ein häufig vorkommendes florales Signet der Alpenwelt. Leider sind alle Enzianarten (Gentianaceae) in freier Natur sehr selten geworden und stehen deshalb unter strengem Naturschutz.

Gelb und rot

Kaum Ähnlichkeit mit der landläufigen Vorstellung vom Enzian haben der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) und der Purpur-Enzian (Gentiana purpurea). Im Gebirge von Mittel- und Südeuropa war auf kalkhaltigen Böden die bis zu 1,50 m hohe Pflanze des Gelben Enzians häufig anzutreffen. Goldgelb leuchten die Kronblätter dieser sehr robusten Pflanze, welche ein Alter von bis zu 60 Jahren erreichen kann. Nicht die Blüte, sondern die rübenartigen Wurzeln (Bitterwurz, Branntweinwurz), sind für den Menschen von Interesse. Seine glycosidischen Bitterstoffe (Amarogentin, Gentianopikrin, Gentianin, Gentianose) waren ein beliebtes Heilmittel gegen Beschwernisse des Magen-Darmtraktes. Heute brennt man aus den Wurzeln einen beliebten Schnaps. Eine Entnahme der Wurzeln aus freier Natur ist allerdings strikt verboten.

Der ca. 60 cm hohe Purpur-Enzian mit seinen außen dunkelroten und innen gelblichen Blüten sowie der rötliche, manchmal fast weiße Ungarischer Enzian  (Gentiana pannonica), auch Ostalpen-Enzian oder Pannonischer Enzian, werden wegen ihrer verdauungsfördernden Wirkung ebenfalls zur Herstellung von Kräuterschnäpsen, seltener als Tee verwendet.

Blau

Für die Gartenkultur ist nur der blaue Vertreter der Pflanze interessant. Die schöne Gebirgspflanze mit ihren blauen, trichterförmigen Blüten ist leider etwas heikel. Der Stängellose Enzian (Gentiana acaulis) tritt in zwei sehr ähnlichen Kleinarten auf, die sich den unterschiedlichsten Bodenverhältnissen angepasst haben. So wächst der Großblütige Enzian (Gentiana clusii) nur auf kalkreichem Boden. Sein enger Verwandter, der Keulen-Enzian (Gentiana kochiana) tritt nur auf saurem Boden auf.

Eine reine Gebirgspflanzen ist der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea). Diese bis zu 60 cm hoch werdende Pflanze mit großen dunkelblauen, glockigen Blüten gedeiht allenfalls in einem Alpinum oder im Steingarten.

Weniger anspruchsvoll ist Gentiana gracilipes (Rosetten-Enzian), eine Sorte aus Ostasien und ebenfalls eine Steingartenstaude. Sie wird nur 20 cm hoch. Ihre purpurblauen Blüten erscheinen im Sommer.

Wüchsige Gartensorten mit langer Blütezeit sind Gentiana septemfida var. lagodechiana, der Sommer-Enzian, für steinige, kalkhaltige Böden und die spät blühende Sorte Paradoxa-Hybride ‚Blauer Herold‘.




In Mooren und auf Waldwiesen des Flachlandes findet man bisweilen den 50 cm hohen Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) mit großen dunkelblauen Blüten. Pflücken oder Ausgraben sind auch bei dieser Pflanze strengstens untersagt.

Enzian 50 Samen, Blauer Alpen-Enzian, (Gentiana accaulis 'blue')
  • Der Gentiana acaulis, das Juwel jedes Steingartens, auch Alpen Enzian, Stängelloser Enzian genannt, wird bis zu 15cm groß und bildet mit der Zeit schöne, blaue Teppiche. Die 6-7cm langen Blüten stehen dicht zusammen und bestechen durch das dunkle blau und die fünf leicht grünen Flecken am Schlund der Blüten.
  • Blütezeit: Mai, Juni, Juli Blütenfarbe: blau Standort (Licht): sonnig, halbschattig Standort (Boden): normal, feucht Frosthärte: frosthart (kein Winterschutz nötig)
  • Aussaat: Vorzucht ganzjährig möglich (Stratifikation notwendig) oder ab Herbst direkt im Freiland
150 Samen Alpen-Edelweiß (Leontopodium alpinum) Edelweiss
  • Das Edelweiß, Symbol der Alpen, ist begehrt und beliebt.
  • Diese Pflanze ist selten und schwer zugänglich und wird sie gepflückt, behält sie jahrhundertelang Form und Farbe.
  • Pflanzen Sie dieses horstbildende Edelweiß in einen nährstoffarmen, und möglichst kalkreichen oder neutralen Boden. Die Pflanze liebt volle Sonne aber keine zu starke Trockenheit.
  • Die kugeligen Blütenköpfchen des Edelweißes sind von silbrigweißen Hochblättern umrahmt, während sein Blatt schmal und graufilzig ist.

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