Misteln
Misteln auf einem Baum © Dieter Hupka

 

Die Mistel ist eine rätselhaft mystische Pflanze, welche in luftigen Höhen zwischen Himmel und Erde auf Bäumen wächst.




Im Sommer, wenn die Wirtspflanze belaubt ist, kann man sie kaum erkennen und sie gleicht einem Horst großer Vögel. Erst wenn alle Blätter gefallen sind, wird die Mistel mit ihren gelb-grünen Zweigen und den weißen, perlenartigen Früchten, welche zur  Weihnachtszeit reifen, gut sichtbar.

Amsel und Drossel als Sämann

Die Mistel aus der Familie der Loranthaceae kommt in Mitteleuropa nur in zwei Arten als Viscum album und Loranthus europaeus vor. Die weiße Mistel wird in drei Unterarten nach ihren Wirtspflanzen als Laub-, Kiefern- oder Tannenmistel eingeteilt. Amseln und Drossel (Misteldrossel) verzehren gern die weißen Beeren. Um ihre Schnäbel vom weißen Fruchtfleisch zu säubern, wetzen sie diese an den Ästen eines Baumes Auf diese Weise gelangt der Samen in die Rinde und trägt somit zur Verbreitung der Mistel bei. Der botanische Artname Viscum, gleichbedeutend mit Vogelleim, findet seinen Ursprung darin, dass die alten Römer aus den klebrigen Beeren der Misteln Leim hergestellt haben.

Epiphyten

Aus dem Samen entwickelt sich ein Keimstängel, der sich zu einer Keimscheibe verbreitert. Aus dieser Scheibe bilden sich Saugorgane, welche als Senker die Rinde durchdringen und bis zum Holzkern gelangen. Dadurch sind sie in der Lage, der Wirtspflanze Wasser und Nährsalze zu entziehen. Der dabei entstehende Schaden ist für die Bäume freilich nicht allzu gravierend, weil Misteln durch ihre chlorophyllhaltigen Blätter zur Assimilation fähig sind. Da sie nicht ihren gesamten Bedarf aus ihrer Wirtspflanze beziehen, zählt man sie zu den Halbschmarotzern.

Mystische Pflanze

Ihr seltsamer Habitus hat schon in der Antike dieser Pflanze einen besonderen Stellenwert zugewiesen. Persephone, in der griechischen Mythologie die Herrscherin des Totenreichs, öffnete mit einem Mistelzweig den Seelen die Pforte zur Unterwelt. Eine hohe Wertschätzung genoss die „Alles Heilende“ bei den Kelten. Sie glaubten, Misteln seien direkt vom Himmel in die Bäume gefallen und in den Bäumen hängen geblieben. Besonders heilig war die äußerst seltene Eichenmistel (Loranthus europaeus). Ebenso wie seine keltischen Kollegen stieg der Druide Miraculix aus den Asterix-Comics am sechsten Tag nach Winterneumond auf die Bäume, um mit einer goldenen Sichel Zweige der Mistel für seinen Zaubertrank abzuschneiden. Da die Misteln nicht die Erde berühren durften, wurden sich mit weißen Mänteln aufgefangen. Nach der Verarbeitung war der daraus gewonnene Trank als Allheilmittel gegen Krankheiten jeder Art wirksam. Asterix und den Galliern verlieh er zudem unbesiegbare Kraft.

Unfreiwillige Mörder

Eine unrühmliche Rolle spielt die Mistel in der germanischen Mythologie. Balder, der germanische Lichtgott und personalisierte Sommer  träumte, sein Leben sei bedroht. Freya, seine besorgte Mutter, suchte daraufhin alle Pflanzen, Tiere, Steine und alle todbringenden Elemente auf und ließ sie alle schwören, ihrem Sohn nichts anzutun, was diese auch versprachen. Die in luftiger Höhe wachsende Pflanze übersah sie allerdings. Loki, der Gott des Bösen, hatte dies beobachtet. Als die anderen Götter von Balders vermeintlicher Unverwundbarkeit erfahren hatten, stellten sie in einem ausgelassenen Spiel dessen Immunität auf die Probe. Pfeile und Speere prallten an Balder ab. Nur dessen blinder Bruder Hödur stand abseits. Loki gab Hödur einen Mistelzweig und forderte ihn auf, sich an dem fröhlichen Spiel zu beteiligen, was dieser dann tat. Tödlich getroffen sank Baldur zu Boden und mit ihm verschwand auch das Licht.

Schutz gegen Geister

Trotz dieser wahrhaft düsteren Geschichte genießt die Mistel im Volksglauben als Hexenbesen und Donnerbesen den Ruch, Gespenster und Hexen fernzuhalten. Ställe und Tiere wurden mit Amuletten aus Misteln versehen.




Weihnachtsbrauch

In England und in den Vereinigten Staaten werden zu Weihnachten Mistelzweige aufgehängt, unter welchen Glückwünsche und Küsse ausgetauscht werden. Auch wenn der Glaube an die magischen Kräfte dieser Pflanze nicht von jedermann geteilt wird, ist es doch inzwischen auch bei uns Brauch geworden, Misteln in die weihnachtliche Dekoration zu integrieren.

Verwendung als Heilpflanze

Zwar entfaltet die Mistel nicht überall die Wirkung, die ihr von den Kelten zugeschrieben wurde. Gleichwohl wird sie in der Volksmedizin und noch heute in der Homöopathie als Heilmittel gegen nervöse Leiden, Bluthochdruck und Arteriosklerose verwandt. Doch Vorsicht: alle Teile, besonders aber die Beeren sind giftig!

 

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