Blauer Scheinmohn
Blauer Scheinmohn © Dieter Hupka

 

Himmelblau ist die Farbe des Mohns, die ihn so begehrenswert macht. Seine Aufzucht ist nicht ganz einfach, jedoch zu bewerkstelligen, wenn folgende Hinweise beachtet werden.




Die blaue Blume war einst das Sehnsuchtsziel der Romantiker. Eine fiktive, literarisch überhöhte Suche, welche keine konkrete Pflanze zum Ziel hatte. Gut 100 Jahre später manifestierte sich das Ziel durch die Entdeckung des französischen Missionars Jean Marie Delavay, der 1886 in der chinesischen Provinz Yunnan einen aufregenden Fund machte: eine blau blühende Mohnsorte! Nach Europa wurde Meconopsis betonicifolia durch den passionierten Pflanzensammler Frank Kingdon-Ward 1926 eingeführt. Seine erste Begegnung schilderte er so: „Plötzlich sah ich vor mir ein blaues Feld, einen Strom blauer Mohnblüten, die wie Saphire im fahlen Licht glänzten.“ Eine Schilderung, die in jedem Pflanzenliebhaber den Wunsch nach dieser Kostbarkeit wecken dürfte. Dieses Ziel lässt sich heutzutage leicht realisieren, denn der blaue Scheinmohn wird durchaus häufig angeboten. Ihn im eigenen Garten dauerhaft anzusiedeln, ist jedoch ein wenig schwierig.

Botanischer Exkurs

Meconopsis wird als Scheinmohn bezeichnet. Seine Pflanzengestalt ähnelt der des Mohns (Papaver), doch gehört er zu einer anderen Gattung. Die Gattung Meconopsis umfasst etwa 45 Arten, welche vorwiegend im Himalaja beheimatet sind. Die einzigen europäischen Vertreter blühen gelb oder orange in den Pyrenäen (Meconopsis cambrica). Aus den ursprünglich blauen Arten vom Himalaja sind zwischenzeitlich zahlreiche Kreuzungen (Hybriden) hervorgegangen, die teilweise steril sind und nur durch Teilung vermehrt werden können.

Blauer Mohn – Sorten

  • Am bekanntesten ist der Tibetscheinmohn (Meconopsis betonicifolia), welcher heute  Meconopsis baileyi genannt wird.
  • Der Große Scheinmohn (Meconopsis grandis) wird bis zu 120 Zentimeter hoch.
  • Durch eine zufällige Mutation entstand ‚Lingholm‘, welcher sich durch Samen vermehren lässt.
  • Unfruchtbare Hybride sind Meconopsis x sheldonii und ‚Slieve Donard‘.
  • Ein violetter Touch in der Blüte ist bei ‚Ascreavie‘ und ‚Barney’s Blue‘ zu finden.




Standort und Pflege

Der blaue Mohn stammt aus großen Höhen zwischen 2000 bis 4000 Meter Metern im Himalaja, woraus sich sein Bedürfnis nach einem kühlen Standort erklärt. Es sollte für ihn ein Beet gewählt werden, welches keiner Mittagssonne ausgesetzt ist, jedoch gute Lichtverhältnisse und hohe Luftfeuchtigkeit bietet, z. B. am Gartenteich oder Bachlauf. Meconopsis-Pflanzen sind Starkzehrer. Der Boden sollte deshalb locker humos sein. Eine regelmäßige Kompostgabe, vermischt mit organischem Dünger (Rinder- oder Pferdedung) sorgt für Nahrungsnachschub. Haben sich die Pflanzen etabliert, tut ihnen alle zwei bis drei Jahre eine Teilung gut. Diese verjüngt die Pflanzen und sorgt bei sterilen Sorten für ihre Vermehrung. Von fertilen Sorten kann der Samen gesammelt und bis zur Aussaat im nächsten Frühjahr eingefroren werden. Das entspricht dem natürlichen Habitus. Die Saat geht willig auf, allerdings ist eine weitere Aufzucht nicht ganz einfach.

Mohn Zarter Hauch (Scheinmohn)
  • Fachhändler seit 1928
  • Premium-Gartenprodukt
  • Sperli Saatgut in Gärtnerqualität für den Gartenfreund- und Kenner!
  • für Haus und Garten
  • Hobbygärtner
Papaver nudicaule Islandmohn pastellfarbende Mischung
  • Fachhändler seit 1928
  • Premium-Gartenprodukt
  • Portionssaatgut, Inhalt reicht für ca.: 30 Pflanzen (1 Portion)
  • für Haus und Garten
  • Hobbygärtner

Das könnte Sie auch interessieren:

Tränendes Herz und Lerchensporn

Inkalilien – opulente Akzente im Staudenbeet

Der vielseitige Ziest ist auch als Stachys bekannt

 

Mehr Gartenwissen

 

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn doch über...
Share on Facebook
Facebook
Pin on Pinterest
Pinterest
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.