Gänseblümchen
Gänseblümchen © Dieter Hupka

 

Auf Schritt und Tritt begegnet man dem Gänseblümchen, weshalb es kaum noch wahrgenommen wird. Kaum zu glauben, welch‘ wundersame Kräfte es in sich birgt.




Das Gänseblümchen (Bellis perennis) kennt eigentlich jeder, und doch wird es nicht wirklich ernst genommen, mit Ausnahme vielleicht von fanatischen Verfechtern eines makellos grünen Rasens, welche bei seinem Anblick sogleich zum Messer greifen. Denn überlässt man das nette Blümchen sich selbst, breitet es sich schnell aus und seine Blattrosetten verdrängen das Gras. Auf einer Wiese ist es jedoch willkommen, weil es fast ganzjährig blüht. Gänseblümchen, auch Tausendschön, Maßliebchen oder Marienblümchen, um nur einige der mannigfaltigen Namen zu nennen, gehören zur Familie der Korbblütler. Aus der wintergrünen Blattrosette erhebt sich ein ca. 15 cm hoher Stängel mit nur einer Blüte. Das Blütenköpfchen trägt in der Mitte gelbe Röhrenblüten und ist von weißen, manchmal auch rosa überhauchten Zungenblüten umschlossen. Bei den züchterisch veränderten Gartensorten haben die Zungenblüten die Röhrenblüten fast verdrängt. Sie werden dann „gefüllt“ genannt.

Historie

Das kleine Blümchen, das auch bei milden winterlichen Temperaturen tapfer blüht, war einst der germanischen Göttin Freya gewidmet, was in christlicher Zeit nahtlos der Muttergottes zugeordnet wurde. Auf ihrer Flucht nach Ägypten vergoss Maria der Legende nach Tränen, aus denen die Marienblümchen aufgingen. In der christlichen Ikonografie findet man häufig das Gänseblümchen, beispielsweise auf dem Genter Altar. König Ludwig IX. (1214 – 1270) der Heilige von Frankreich kürte das Gänseblümchen neben der stolzen Lilie zur Wappenblume.

Das alles schützte das fromme Blümchen nicht vor Verfolgung im 18. Jahrhundert als böse Pflanze, die ausgerottet werden musste, weil sie als Mittel für Abtreibungen galt.

Heilmittel

Zum Glück ist das nicht gelungen, denn die Naturheilkunde setzt die Vitamin-C-haltige Pflanze innerlich wegen ihrer schleimlösenden Wirkung bei Erkältungskrankheiten und Asthma ein. Seine harntreibende Eigenschaft ist geeignet, Nieren- und Blasenerkrankungen zu lindern. Äußerlich angewendet helfen seine adstringierenden Inhaltsstoffe (Vit. C, Saponine, ätherische Öle, Flavonoide, Inulin) bei Hauterkrankungen, Wunden und Verstauchungen.

Essbare Pflanze

Die gesamte Pflanze ist essbar. Einst wurden die Knospen als „falsche Kapern“ eingelegt. Heute schätzt man sie als frühlingsfrische Salatbeigabe und appetitanregende Dekoration. Der Geschmack ist mild, erst süßlich, dann bitter.

Im Garten

Im Garten heißen sie meist weniger profan nicht Gänseblümchen, sondern Maßliebchen. Gärtnereien bieten sie im Frühling als Bellis an. Die Gartenformen sind größer und dicht gefüllt. Auf gutem nahrhaftem und etwas feuchtem Boden gedeihen sie sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten und können dank ihrer Winterhärte etliche Jahre dort verbleiben. Maßliebchen versamen sich leicht selbst, verfallen dann aber schnell in ihre ungefüllte Ursprungsform zurück. Eine Vermehrung sollte deshalb durch Teilung erfolgen.

SSpanisches Gänseblümchen
Spanisches Gänseblümchen © Dieter Hupka

Sorten

Die Sorten ‚Fanal‘ und ‚Kito‘ blühen leuchtend rot. Mischungen gibt es als ‚Rosa und Weißer Teppich‘.




Eine Ausnahme bezüglich des Standortes ist das Spanische Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus). Es ähnelt sehr der Wildform und ist nur an äußerst trockenen Standorten dauerhaft.

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