Dahlienbusch
Ein Dahlienbusch  © Dieter Hupka

 

Im Spätsommer haben Dahlien ihren großen Auftritt. Gilt die Rose als Königin der Blumen, so steht ihr die Dahlie in nichts nach. Über ihre kuriose Vergangenheit und ihren Status quo gibt es hier Näheres.




Überaus wechselvoll ist die Geschichte der Dahlien. Feierten die als „Georginen“ titulierten Dahlien Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts wahre Triumphe, so ließ ihre Beliebtheit in den 1970er-Jahren erheblich nach. Sie wurden als altmodisch bezeichnet und aussortiert. Das hat sich zum Glück wieder in sein Gegenteil verkehrt: Die Königin des Spätsommers ist präsent wie nie zuvor. Das Angebot an Dahlien ist kaum überschaubar und es kommen jährlich etwa 200 neue Sorten hinzu.

Pompon-Dahlie
Eine Pompon-Dahlie © Dieter Hupka

Historie der Dahlie

Die Dahlie (Dahlia) verdankt ihre Entdeckung für Europa einem Spion. Zwar fertigte bereits Ende des 16. Jahrhunderts der spanische Arzt Francisco Hernandez erste schriftliche Aufzeichnungen über Dahlien an. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde der französische Jurist und Botaniker Thiéry de Ménonville im Auftrag der französischen Regierung in die Opuntiengärten in Oaxaca/Mexiko eingeschleust. Dort sollte er in erster Linie das von den Spaniern streng gehütete Geheimnis des aus der Koschenilleschildlaus gewonnenen roten Farbstoffs lüften und die Schildlaus mitsamt ihrer Wirtspflanze beschaffen. Dabei hat er sich jedoch nicht nur auf die Opuntie (Feigenkaktus) als Wirtspflanze der wertvollen Schildläuse konzentriert, sondern soll bei dieser Gelegenheit auch die Dahlie entdeckt haben.

Eine gelbe Dahlienblüte
Eine gelbe Dahlienblüte © Dieter Hupka

1791 wurde erstmals Dahliensamen nach Madrid übersandt. Die ersten Dahlien wurden dort in den Gärten der spanischen Könige gezogen. Trotz strenger Bewachung wurden einige der attraktiven Pflanzen entführt und kamen in französische und englische Gärtnerhände. Allerdings wurden die Kostbarkeiten so sorgfältig gepflegt, dass sie fast zu Tode kamen. Statt ihren Knollen die trockene Winterruhe zu gönnen, wurden sie ganzjährig in Gewächshäusern gehalten, wo sie verfaulten.

Der schwedische Botanikers Andreas Dahl (1751-1799) konnte aber aus einigen Samen ihren Erhalt sichern und zum Dank wurde die Dahlie später nach ihm benannt.

Die riesige Sortenvielfalt (1934 waren es bei ca. 25 bis dahin erfassten Arten bereits 14.000 Sorten) geht auf die Dahlia pinnata und die Dahlia coccinea zurück.

1804 brachte  der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt die schöne Mexikanerin nach Deutschland.

Dahlienzucht dank Lottogewinnes

Als Wiege der deutschen Dahlienzucht gilt das thüringische Bad Köstritz. Der Beamte Christian Deegen hatte Glück beim Lottospiel und gewann einen größeren Betrag. Er kaufte sich ein Palais mit den dazugehörigen Ländereien und widmete sich fortan der Dahlienzucht. Auch hierbei war er erfolgreich: seine Nachfolger aus der Familie Panzer betreiben die renommierte Spezialgärtnerei mittlerweile in der fünften Generation.

Halskrausen-Dahlie
Eine Halskrausen-Dahlie © Dieter Hupka

Pflege der Dahlie

Wie es sich für eine Königin gehört, ist sie etwas anspruchsvoll und die Pflege entsprechend aufwändig. Nach dem Kauf einer Knolle wird diese kurz gewässert und in einem nahrhaften, durchlässigen Boden in vollsonniger Lage etwa einen halben Spaten tief gesetzt. Der junge Austrieb wird von Schnecken sehr geschätzt, weshalb sie vor ihnen geschützt werden müssen. In schneckenreichen Jahren haben Dahlien bessere Überlebenschancen, wenn sie in Töpfen angetrieben werden. Das erwachsene Laub ist für Schnecken wohl weniger schmackhaft. Das Antreiben in Töpfen bringt den Pflanzen zudem einen Wachstumsvorsprung. Vor den Eisheiligen dürfen die frostempfindlichen Dahlien nicht ins Freiland.

Eine Attitüde hat die Königin des Spätsommers: ihre oft meterhohen Stängel sind nicht standfest, die schweren Blütenköpfe und die flach wurzelnden Knollen tun ein Übriges und die Pflanzen fallen um. Daher müssen Dahlien gut gestützt werden. Um sich an einem lang andauernden Blütenflor zu erfreuen, muss Verblühtes ständig ausgezupft werden. Sobald der erste Nachtfrost die Pflanze ereilt hat, muss sie ausgegraben werden. Das Laub wird handbreit über der Knolle abgeschnitten und die Erde abgeschüttelt. Kopfüber, damit die restliche Flüssigkeit ablaufen kann, werden sie in Kästen verstaut und im Keller frostfrei überwintert. Dahlien können durch Knollenteilung oder aus Samen vermehrt werden.




Sorten

Dahlien werden in drei Hauptgruppen eingeteilt: einfache Dahlien mit dem für Korbblütler typischen Aufbau: der mit Scheibenblüten besetzte Köpfchenboden wird von zungenförmigen Randblüten umgeben.

Daneben gibt es die halbgefüllten Dahlien (Halskrausendahlien oder anemonenblütigen Dahlien). Bei ihnen stehen die Randblüten in mehreren Reihen.

Davon unterscheiden sich schließlich die gefüllten Dahlien, bei denen nur Zungenblüten ausgebildet werden (Ball-, Seerosen- und Kaktusdahlien).


Kaktus-Dahlien 15 Samen, Dahlie Samen (Dahlia Cactus)
  • Eine lange Blütezeit ist charakteristisch für Dahlien. Die Blüte beginnt bereits im Juni und kann durch regelmäßiges Entfernen verwelkter Blüten bis zum Frost ausgedehnt werden.
  • Dahlien gehören aufgrund ihrer Vielfältigkeit in Farbe und Form zu den außergewöhnlichsten Sommerblühern, deren viele Monate lang andauernde Blütenpracht jeden Garten in ein Blütenmeer verwandelt.
  • Schöne, große stacheligen Blüten, Mix aus intensiven Farben
  • Um Dahlien aus Samen zu ziehen, verwendet man möglichst lockere, gut drainierte Erde. Die Samen werden etwa 1 - 2 cm tief gesät. Nachdem die Erde gut durchfeuchtet wurde, sollte man eine Folie oder eine Glasplatte über das Anzuchtbeet legen. Die Saat sollte keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sein. Das Temperaturoptimum liegt zwischen 20 und 27°C.

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