Gartenzwerg
Ein gut gelaunter Gartenzwerg © Dieter Hupka

 

Kitsch oder Kulturgut? Im Ausland durchaus geschätzt, sind sie in Deutschland weithin ein absolutes „No-Go“, obwohl sie auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken können.




Einst waren Gartenzwerge ein beliebtes Gartenaccessoire. In den 1960er-Jahren fehlten sie in kaum einem Schrebergarten. Gartenbesitzer wetteiferten untereinander, wer die meisten, größten und schönsten sein Eigen nennen konnte. Heutzutage sind sie völlig out. Wer die kleinen Tonmänner in seinem Garten aufstellt, gilt als spießig und altmodisch. Derzeit werden Gärten mit Elfen, Fröschen oder Maulwürfen dekoriert, welche oft die gleichen Tätigkeiten ausführen wie einst die Gartenzwerge. Ob diese zumeist süßlichen oder betont witzigen Figuren weniger kitschig sind, ist die Frage, zumal sie oft in Billiglohnländern als Massenware produziert werden.

Mythos

In unseren Märchen ist oft die Rede von kleinen fleißigen Wesen, welche unsichtbar über Nacht den Menschen dienstbar waren. Sichtbar wurden sie in der Erzählung von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Hier waren die Männlein Bergleute, welche unter Tage nach unterirdischen Schätzen gruben. Der Mythos, dass Zwerge als Bergleute tätig waren, wurde dadurch gestützt, dass man äußerst schmale und niedrige Stollen entdeckte und sich nicht vorstellen konnte, dass dort normal große Menschen hätten arbeiten können.

Fleißige Gesellen

Zwerge, welche dem Bergbau entrinnen konnten, sind keineswegs oder nur sehr selten Müßiggänger. Die Tonmännlein mit weißem Bart und roter Zipfelmütze sind häufig mit Gartengeräten ausgestattet, sodass sie sofort tätig werden können, wenn keiner hinschaut. Versuche, Anti-Gartenzwerge etwa als Leiche mit einem Messer im Rücken oder mit heruntergelassenen Hosen zu etablieren, waren nur mäßig erfolgreich.

Historische Vorbilder

Darstellungen von kleinwüchsigen Menschen, die zur Volksbelustigung auf Jahrmärkten zur Schau gestellt wurden oder als Hofnarren oder Possenreißer in Adelshäusern wirkten, findet man in der Barockzeit auch als steinerne Skulpturen in Parks. Hohlfiguren aus Ton waren preiswerter und so auch für weniger Betuchte bezahlbar.

Eine der frühesten Quellen über die tönernen Gesellen, die zunächst Gnome hießen, ist in Goethes Dichtung „Hermann und Dorothea“ zu finden.

Erste Gartenzwerge aus Thüringen

Die Wiege der Zwerge stand in Thüringen. Hier und in Nordböhmen wurden die Tonfiguren ab den 1890er-Jahren seriell hergestellt. Erholungssuchende aus den Großstädten brachten sie als Andenken mit nach Hause und schmückten ihre Schrebergärten mit ihnen. Bäuerliche Gärten wurden erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts von den Männlein bevölkert.

Gartenzwerge in der DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen viele Gartenzwergmanufakturen, verbliebene wurden verstaatlicht. Gartenzwerge wurden als bürgerlicher Kitsch gebrandmarkt und konnten nur unter dem Ladentisch erworben werden. Trotzdem wurden sie als Devisenbringer fleißig produziert.




Gartenzwerge heute

In Gräfenroda hat die Manufaktur Philipp Griebel alle Zeiten überdauert und ist wieder in Familienbesitz. In aufwändiger Handarbeit werden hier die Zipfelmützenmänner nach alten Vorbildern gefertigt. Im Ausland sind sie als Verkörperungen deutscher Tugenden wie Fleiß und Disziplin durchaus gefragt.

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Ein Gedanke zu “Gartenzwerge – warum man sie gern haben sollte

  1. Meine Eltern möchten die neue Gartengestaltung noch etwas aufpeppen. Toll, dass heute noch Gartenzwerge in Handarbeit hergestellt werden. Wenn man die in einer Gruppe gut platziert, können die sicher sehr witzig sein.

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