Eine tiefdunkel grüne Rasenfläche wird oft als englischer Rasen bezeichnet. Die „Wurzeln“ des grünen Teppichs reichen bis in das Mittelalter zurück, in dem bereits eine grüne Augenweide durchaus geschätzt wurde.
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Albertus Magnus (1193 – 1280) zählte im Mittelalter zu den Ersten, die einen Lustgarten als solchen würdigten. In seinem Traktat „De vegetabilibus et plantis“ schilderte er die aufwändige Vorbereitung für eine Rasenfläche, denn „nichts erquickt das Auge so wie ein zartes, grünes Gras“. Gut 500 Jahre später äußerte sich Francis Bacon ähnlich. „Nichts sei dem Auge angenehmer als kurz geschorenes grünes Gras“. Obwohl Rasengräser Kosmopoliten sind und Rasenflächen in Renaissance- und Barockgärten in Frankreich und Italien als Ruhepol zu den bunten Teppichbeeten angelegt wurden, verknüpften französische Gartenplaner grünes Gras mit England: Parterre à l’Angloise. Mit dem englischen Landschaftsgarten hat die grüne Rasenfläche ihren endgültigen Siegeszug angetreten.
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Der Rasenmäher
Um eine samtig grüne Fläche zu erhalten, mussten Scharen von Sensenmännern oder Schafe stets im Einsatz sein. Trotzdem war das Ergebnis oft unbefriedigend. Kahle Stellen, Unregelmäßigkeiten und Schrammen durch die Sense trübten oft das Bild. Abhilfe wurde durch den mechanischen Rasenmäher geschaffen. Anfang der 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts erfand der englische Ingenieur Edwin Beard Budding ein zu schiebendes Gerät, welches eine starke Ähnlichkeit mit einer Schermaschine für Samtstoffe aufwies. Der gusseiserne, schwer zu handhabende handbetriebene Sichelmäher ermöglichte „den Herrschaften auf dem Lande eine unterhaltsame, nützliche und gesunde Leibesübung“, eine Körperertüchtigung, auf welche heute im Zeitalter von Motorrasenmähern und Mährobotern gern verzichtet wird.
Nach Patentierung seines Verfahrens ließ Budding gemeinsam mit seinem Freund John Ferrabee in dessen Fabrik die so entstandenen ersten Rasenmäher produzieren. Mit der Entwicklung der motorisierten und für jedermann bezahlbaren Nachfolger, wurde das bis dahin bestehende Vorrecht des Adels auf eine gepflegte Rasenfläche gebrochen, der allein in der Lage war, sich die zuvor notwendigen und kostspieligen Scharen an Bediensteten für das Trimmen des Rasens zu leisten.
Die glatten Rasenflächen verbesserten überdies die Grundbedingungen für damals bereits ausgeübte Sportarten wie Kricket, Golf und Tennis und waren mit ausschlaggebend für den Siegeszug des Fußballs.
Anlage einer Rasenfläche im heimischen Garten
Zunächst sollte sich der Gärtner über die voraussichtliche Nutzung einer Rasenanlage Gedanken machen, denn neben der Belastbarkeit der Grasarten sind insbesondere Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse für die Auswahl des Saatgutes entscheidend.
Rasenmischungen
Rasenflächen als Monokulturen zu bezeichnen, trifft allenfalls bedingt zu, denn Rasensamen besteht immer aus einer Mixtur unterschiedlicher Saaten, die verschiedenartige Wuchseigenschaften besitzen. Wichtigste Grasarten sind – je nach Nutzungsart – Rotschwingel (Festuca rubra), Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis).
Gebrauchsrasen
Trittfestigkeit und schöner Anblick müssen unter einen Hut gebracht werden. Diesen Voraussetzungen wird eine Mischung aus 40 % Rotschwingel und jeweils 30 % Weidelgras und Wiesenrispe gerecht bei geringem Pflegeaufwand. Strapazierrasenmischungen sind erste Wahl, falls der Rasen für Sport und Spiel genutzt werden soll.
Schattenrasen
Das Problem schattiger oder halbschattiger Regionen für Rasenflächen kennt jeder. Abhilfe schafft die Verwendung von Schattenrasenmischungen. Läger-Rispengras (Poa supina) gedeiht auch im Schatten, allerdings für den Preis des höheren Pflegeaufwandes.
Zierrasen
Einen hohen Pflegeaufwand muss einkalkulieren, wer eine dunkelgrün dichte Grasnarbe erstrebt, die auf Grund ihrer feineren Halme zudem weniger belastbar ist. Die zum wesentlichen Teil aus Rotschwingel bestehenden Zierrasensaaten verlangen häufiges Mähen, Düngen und Wässern.
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